Zu wenig Betten für Olympia: Droht Hamburg der Ferienwohnungs-Boom?

Ein Hamburger Mietshaus in der Abendsonne. Der Senat setzt darauf, dass Hamburger für Olympia private Schlafplätze schaffen. (Symbolbild)
Ein Hamburger Mietshaus in der Abendsonne. Falls Hamburg Ausrichter der Olympischen Spiele wird, werden viele Schlafplätze benötigt. (Symbolbild)

Mehr als zehn Millionen Besucher könnten zu Olympia nach Hamburg kommen. Doch die Stadt hat nur gut 80.000 Gästebetten. Daraus könnte ein neues Problem entstehen: Werden am Ende noch mehr Wohnungen zu Ferienwohnungen?

Die Linke warnt bereits vor einem Olympia-Effekt auf dem Wohnungsmarkt. Der Senat hält dagegen. Doch eine belastbare Antwort auf die Frage, wo all die Gäste schlafen sollen, gebe es nicht, kritisiert die Linke auf Basis einer Anfrage an den Senat.

Olympia in Hamburg? Es braucht Schlafplätze

Die Annahme von rund zehn Millionen Besuchern ist eine Schätzung des Senats. Dabei orientiert sich die Stadt vor allem an den Besucherzahlen der Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris. Athleten, Teams, Medienvertreter, Sicherheitspersonal und Funktionäre kommen noch dazu.

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Ende Januar 2026 gab es in Hamburg laut Statistikamt Nord insgesamt allerdings nur 81.545 offizielle Gästebetten – theoretisch müssten sich also rund 120 Menschen ein Bett teilen. Rund 72.000 der Betten entfallen auf Hotels, rund 4900 auf Jugendherbergen und Hostels. Ferienwohnungen und -häuser machen offiziell nur 2734 Betten aus.

Betten für Olympia: Das sagt der Senat

Der Senat rechnet damit, dass in Hamburg wie in den vergangenen Jahren auch in Zukunft noch mehr Hotels entstehen. Außerdem setzt er darauf, dass Hamburger Zimmer oder Wohnungen vermieten – und dass zusätzliche Gäste in Jugendcamps oder über internationale Gastgeberprogramme unterkommen. Wie viele private Schlafplätze es dadurch in den Jahren 2036 bis 2044 aber tatsächlich geben könnte, kann der Senat aber noch nicht sagen.

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Klar ist: Jede Wohnung darf in Hamburg bereits jetzt bis zu acht Wochen im Jahr genehmigungsfrei an Touristen und andere Gäste vermietet werden – auch während eines möglichen Olympia-Zeitraums. Generelle Ausnahmeregelungen seien deshalb für Olympia nicht geplant, teilt der Senat mit.

Hamburgs Linke: Der Druck auf den Wohnungsmarkt wird steigen

Marco Hosemann, Sprecher für Stadtentwicklung und Tourismus der Linksfraktion, überzeugt das nicht: „In Hamburg herrscht bereits jetzt eine akute Wohnungsnot, die Bewohner*innen in immer mehr Stadtteilen leiden unter Übertourismus. Olympia würde dies erheblich verschärfen. Nicht nur während der Spiele, sondern auch davor und insbesondere danach.“

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Problematisch sei, dass der Senat davon ausgehe, die bestehenden Regeln gegen steigende Mieten reichten aus. „Das Wohnungsbauprogramm und die Mietpreisbremse wirken aber schon jetzt nicht, wie die immer weiter steigenden Mieten zeigen“, so Hosemann. „Mit Olympischen Spielen würde der Druck auf den Wohnungsmarkt noch stärker zunehmen“.

Der Senat sieht das anders: Olympia beeinflusse die Mietpreisentwicklung nicht, weil dadurch keine Menschen dauerhaft nach Hamburg ziehen und hier eine Wohnung suchen. Zudem verweist er darauf, dass das Olympische und Paralympische Dorf in der Science City Bahrenfeld nach den Spielen zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum für Hamburg schaffen solle. Zudem nennt der Senat Mietpreisbremse, Kappungsgrenze, Kündigungsschutz und die Soziale Erhaltungsverordnungen als geeignete Maßnahmen.