Zoff ums Stavenhagenhaus: „Ohne Gastronomie ist dieses Haus tot“

Das Stavenhagenhaus in Groß Borstel.
Das Stavenhagenhaus in Groß Borstel.

Das Stavenhagenhaus in Groß Borstel hat eine fast 300 Jahre alte Geschichte auf dem Buckel – und sollte eigentlich zu einem lebendigen Treffpunkt des Stadtteils werden. Doch nur kurz nachdem Alexandra Lübeck Anfang des Jahres ihr Café in dem denkmalgeschützten Gebäude eröffnete, musste der Gastronomie-Betrieb schon wieder schließen. Jetzt wurde der eigentlich fünf Jahre gültige Pachtvertrag laut dem Bezirk Hamburg-Nord einvernehmlich aufgehoben.

Schon Mitte Juli kam die traurige Nachricht, dass es für das Café im Stavenhagenhaus keine Hoffnung mehr gibt, jetzt wurde das Aus endgültig besiegelt: Der Bezirk Hamburg-Nord gab am Freitag bekannt, dass der Pachtvertrag zum 30. August aufgelöst wird.

Stavenhagenhaus: Gastro-Betrieb schließt nach fünf Wochen

Dabei hatten sich, als das Kulturcafé Anfang Februar eröffnete, zunächst viele gefreut. Doch nur fünf Wochen später war schon wieder Schluss. Gastronomin Alexandra Lübeck, die auch das Café „Barmbeker Herzstück“ betreibt, musste die Türen wieder schließen. Grund dafür war der Beschluss in einem Eilverfahren des Hamburger Verwaltungsgerichts. Geklagt hatten die Nachbarn.

Unter den zwei Kläger-Ehepaaren befand sich auch ein bekanntes Gesicht: CDU-Politiker Berndt Röder, der bis 2010 Präsident der Hamburgischen Bürgerschaft war. Anwaltlich vertreten wird er vom Ex-Bezirkschef von Hamburg-Nord, Mathias Frommann (SPD).

Rechtsstreit um Café-Betrieb im Stavenhagenhaus

Gemeinsam warfen sie dem aktuellen Bezirkschef Michael Werner-Boelz (Grüne) vor, den Cafébetrieb eigenmächtig vorangetrieben zu haben. In einem Wohngebiet, so Frommann, sei nun einmal keine Gastronomie erlaubt. Er bezeichnete die Kommunikation mit seinem Mandanten als spärlich. Es kam dann zwar zu Gesprächen zwischen den verhärteten Fronten, doch diese liefen ins Leere.

Das Ergebnis: Für das Bezirksamt ist die rechtliche Lage derzeit zu schwammig, um einen weiteren Cafébetrieb zu erlauben. Für Lübeck ein absoluter Albtraum, hinter ihr liegen Monate der Unsicherheit und Umsatzverluste. „Ich hatte fünf Mitarbeiter hier angestellt“, erzählte sie der MOPO im Juli. Sie stehe kurz vor der Pleite, auch ihr zweites Café „Barmbeker Herzstück“ fange die Verluste nicht auf.

Stavenhagenhaus: Wie geht es jetzt weiter?

Die Klage vor dem Verwaltungsgericht laufe zwar offiziell noch, sagt Bezirkssprecher Alexander Fricke auf MOPO-Nachfrage. Da es jetzt offiziell aber keine Gastronomie mehr gebe, gehe das Bezirksamt davon aus, dass das Gerichtsverfahren beendet werden könne.

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„Ohne Gastronomie ist dieses Haus tot“, fasste Ulrike Zeising, Vorsitzende des Kommunalvereins Groß Borstel, die Situation bereits zusammen. Der Bezirk betont wiederum, dass aufgrund der Auflösung des Pachtvertrags jetzt die Bauerndiele und der Gartensaal des Stavenhagenhauses in naher Zukunft bei Veranstaltungen wieder nutzbar seien. Zudem sei nun auch externes Catering möglich.