Hamburg

Zoff um Zypressen auf Liebesinsel im Stadtpark 

Zwei Frauen genießen auf der Liebesinsel im Stadtpark die Sonne am See.
Diese Sumpfzypressen auf der Liebesinsel im Stadtpark sollen weichen – jetzt gibt es Zoff. (Archivbild).

Der Bezirk Hamburg-Nord will vier Sumpfzypressen auf der Liebesinsel im Stadtpark fällen – die Wurzeln sind eine Stolpergefahr. Grüne und NABU reagieren entsetzt.

Vier große Sumpfzypressen auf der Liebesinsel im Stadtpark (Winterhude) sollen mit der kommenden Fällsaison verschwinden. Der Bezirk Nord hält diesen Schritt für unumgänglich, weil die Wurzeln zur Stolperfalle werden können. Die Grünen wollen die Abholzung stoppen und eine andere Lösung suchen – jetzt schaltet sich auch der NABU ein.

Die vier etwa 50 Jahre alten Sumpfzypressen, um die es geht, säumen den Weg zur Ufermauer der Liebesinsel. Eigentlich sind die Bäume fit, ihr Stammumfang liegt im Durchschnitt bei rund 71 Zentimetern. Trotzdem will der Bezirk sie fällen.

Der Grund: Die Bäume haben oberirdische Luftwurzeln gebildet, über die Besucher des Stadtparks stolpern könnten. Zudem heben die Wurzeln die benachbarten Treppenstufen an.

Vier Sumpfzypressen auf Liebesinsel im Stadtpark sollen weichen

Der Bezirk will die Zypressen noch in der kommenden Fällsaison (Anfang Oktober bis Ende Februar) abholzen lassen, weil ohnehin gerade die Brücke auf der Insel instand gesetzt wird. Das geht aus einer Antwort des Bezirks auf Anfrage der Grünen hervor. Eine spätere Umsetzung der Maßnahmen sei „mit erheblichen zusätzlichen Kosten verbunden“. Neun weitere Bäume dieser Art, die ebenfalls auf der Liebesinsel im Stadtpark stehen, sind nicht betroffen. 

Für die vier Zypressen gäbe es aber laut des Bezirks keine andere Lösung. Ein Überbauen der Wurzeln sei unmöglich. Die einzige Alternative wäre die Sperrung der Wege. Anstelle der Sumpfzypressen sollen später vier Säuleneichen gepflanzt werden.

Grüne und NABU wollen Bäume retten

Der Grünen-Abgeordnete Thorsten Schmidt will das nicht hinnehmen. Er fordert den Bezirk jetzt in einem Antrag auf, die Bäume zu erhalten. Besonders schützenswert ist die Art zwar nicht, aber: „Der Grund zur Fällung ist nicht plausibel. Typischerweise werden Bäume gefällt, weil sie nicht standsicher sind“, sagt er auf MOPO‑Nachfrage.

Wenn Straßenbäume mit ihren Wurzeln Gehwegplatten hochdrücken, würden die Platten ummodelliert oder entfernt. „Wir könnten uns auf der Liebesinsel eine Holzplattform vorstellen oder den Weg einfach aufheben“, sagt er.

Jetzt hat sich auch die örtliche NABU‑Baumschutzgruppe eingeschaltet. Sie setzen sich auch aus Klimaschutzgründen für den Erhalt der alten Zypressen ein. Ihr Vorschlag: Hinweistafeln, die sowohl auf die Stolperfallen als auch auf die besondere Beschaffenheit der Wurzeln dieser Bäume verweisen.

Bezirkskoalition steht hinter der Verwaltung

Über den Grünen-Antrag wird voraussichtlich am Montagabend im Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude beraten. Doch die Bezirkskoalition aus SPD, CDU und FDP stellt sich bislang hinter die Verwaltung.

„Die Sumpfzypressen gefährden die Verkehrssicherheit – entweder die Wege werden gesperrt oder die vier Bäume müssen leider gefällt werden. Wenn dort jemand hinfällt, kann die Stadt verklagt werden“, sagt der SPD-Abgeordnete Carsten Gerloff. „Wenn das Grünamt sagt, dass es keine andere Chance gibt, vertraue ich darauf. Die Verwaltung schaut da wirklich genau hin.“

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