Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge deutlich gesunken
Im vergangenen Jahr haben deutlich weniger Menschen Asyl und Schutz in Hamburg gesucht. Innensenator Grote will die Zahl weiter senken und mehr Menschen ohne Aufenthaltsperspektive abschieben.
Die zuständigen Stellen registrierten im vergangenen Jahr 12.328 Menschen, was nach Angaben der Innenbehörde einen Rückgang um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Von den registrierten Personen blieben 9359 in Hamburg, die übrigen wurden auf andere Bundesländer verteilt. Im Jahr 2024 hatte die Hansestadt 12.639 Flüchtlinge aufgenommen, woraus sich ein Minus von 26 Prozent ergibt.
Hamburg: Ein Drittel weniger Asylbewerber
Besonders stark ging die Zahl der ankommenden Asylbewerber zurück, wie aus dem neuen Lagebild des Senats hervorgeht. Das Amt für Migration verzeichnete 6669 Registrierungen und damit 32 Prozent weniger als 2024, als 9795 Asylsuchende registriert wurden. Aus der Ukraine suchten 5659 Menschen Schutz in Hamburg, 12 Prozent weniger als im Vorjahr (6393). Zurzeit leben den Angaben zufolge 36.750 ukrainische Kriegsflüchtlinge in Hamburg, darunter mehr als 20.500 Frauen.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Diagnose Krebs: Hamburgerin wirft UKE Behandlungsfehler vor
- Straftaten: Hamburg wird sicherer – aber nicht für Frauen
- Hamburgs Super-Recognizer: Der Mann, der sich Tausende Gesichter merken kann
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: HSV-Liebling Otto Stange (19) über seine Rückkehr
- 28 Seiten Plan 7: Im Kino wird’s jetzt richtig heiß! Und: Ausgeh-Tipps für jeden Tag
In den öffentlichen Unterkünften waren zum Jahresende 42.300 Menschen untergebracht. Trotz der sinkenden Zahl von Neuankömmlingen sind die Unterkünfte zu 93,5 Prozent ausgelastet.
Mehr als 6000 Menschen in Hamburg ausreisepflichtig
Ausreisepflichtig sind in Hamburg zurzeit 6212 Menschen, fast genauso viele wie Ende 2024 (6225). 1774 Asylbewerber und Schutzsuchende wurden abgeschoben oder reisten unter behördlicher Überwachung aus. Das waren 28 Rückführungen mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 2016 nicht mehr. Damals waren 3062 Menschen abgeschoben worden oder unter Überwachung ausgereist. Im vergangenen Jahr scheiterten 418 geplante Rückführungen, deutlich mehr als 2024 (304).
Einen starken Anstieg gab es laut Lagebild bei den Asylklagen. Die Zahl der Neuzugänge beim Verwaltungsgericht verdoppelte sich von 2002 auf 4027. Bei den Eilverfahren wurde eine Zunahme von 822 auf 1527 verzeichnet.
Innensenator will „konsequente Migrationspolitik”
„Seit Herbst 2023 ist es uns gelungen, mit den ergriffenen Maßnahmen von Bund und Ländern die Zugangszahlen spürbar zu senken, während die Zahl der Abschiebungen kontinuierlich steigt”, so Innensenator Andy Grote (SPD).
Das könnte Sie auch interessieren: Geflüchtete protestieren gegen Zustände in Unterkunft – das zeigt (etwas) Wirkung
Als Vorsitzland der Innenministerkonferenz setze sich Hamburg für eine faire und konsequente Migrationspolitik ein, die weiterhin Integrationsperspektiven biete und denen Schutz gewähre, die ihn wirklich benötigten. Umgekehrt werde der Aufenthalt beendet, wenn die Aufenthaltsperspektive fehle und erst recht, wenn die Sicherheit in Deutschland gefährdet sei. (dpa/mp)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.