XXL-Projekt in Hamburg: Hier entstehen Azubi-Wohnungen – in besonderer Bauweise

So könnte es einmal aussehen: Das neue Azubi- und Studierenden-Wohnheim in Farmsen-Berne.
So könnte es einmal aussehen: Das neue Azubi- und Studierenden-Wohnheim in Farmsen-Berne.

Wohnen in Hamburg ist teuer – vor allem für diejenigen, die noch in der Ausbildung sind oder studieren. Genau für diese Zielgruppe soll jetzt ein neues „On Boarding House“ im Bezirk Wandsbek entstehen – was steckt dahinter?

Bereits Anfang 2025 hat der Hamburger Senat das städtische Grundstück am Friedrich-Ebert-Damm/Ecke Berner Heerweg ausgeschrieben, jetzt steht das Ergebnis fest: Im Verfahren durchgesetzt hat sich die Hamburger Immobilienprojektentwicklerin Nunivo GmbH, die auf der Fläche in Farmsen-Berne ein sogenanntes „On Boarding House“ für Azubis und Studierende bauen möchte. Ziel des Projektes: Auszubildenden und Studierenden gerade in der Startphase in einer neuen Stadt für mehrere Monate temporär eine Unterkunft zu bieten – und Ruhe für die Suche nach einer regulären Wohnung.

Farmsen-Berne: Hier wird ein neues Azubi-Wohnheim gebaut

Im Detail plant Nunivo einen Holzbau mit vier Stockwerken und bis zu möblierte 82 Wohnheimplätzen. Diese sollen, im Gegensatz zu marktüblichen möblierten Wohnungen, zu günstigen Preisen vermietet werden, wobei genaue Miethöhen nicht genannt werden.

Im Erdgeschoss sind Gewerbeflächen geplant. Laut Nunivo-Geschäftsführer Dennis Pfeffer habe man an eine Bäckerei mit Sitzcafé und eine Art „Tante Emma-Laden“ mit Dingen des täglichen Bedarfs gedacht. Die genaue Belegung würde aber noch festgelegt.

Die Nunivo GmbH plant mit bis zu 82 Wohnheimplätzen für Azubis und Studierende.
Die Nunivo GmbH plant mit bis zu 82 Wohnheimplätzen für Azubis und Studierende.

Das durchschnittliche Studio-Apartment besitzt knapp 20 Quadratmeter Wohnfläche sowie eine offene Küche, ein Bad und einen Balkon. Die einzelnen Räume, Module genannt, werden laut Pfeffer zu 90 Prozent im Werk vorgefertigt und anschließend nach Wandsbek gebracht und eingesetzt. Das verkürze die Bauzeit um 12 Monate. Zusätzlich müssten Lkws die Rohstoffe und Komponenten nicht einzeln zur Baustelle fahren. Mit diesem Verfahren baut auch die städtische SAGA in Lohbrügge.

„Das On Boarding Haus kann eine Lücke schließen, bis Auszubildende passenden Wohnraum gefunden und in ihrem Ausbildungsbetrieb gut angekommen sind“, sagt Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Für den Wirtschaftsstandort Hamburg seien solche Projekte unerlässlich: Immerhin beklagten Firmen bereits, dass ihre Auszubildenden keine Wohnung fänden – und sich dann doch für eine andere Stadt entscheiden.

Hier entstehen in Hamburg weitere Azubi-Wohnheime

Der Senat unterstütze laut Dressel sowohl privatwirtschaftliche Azubi-Wohnprojekte, wie das Wohnheim der Haspa am Alspenplatz in Altona-Nord, baue aber auch selbst: Dazu zählt das Azubi-Wohnheim für städtische Unternehmen, das mitten auf St. Pauli, neben den Musikclubs „Gruenspan“ und „Indra“ in der Großen Freiheit, entstehen soll.

In Wandsbek wurde das städtische Grundstück jetzt der Nunivo GmbH „anhand gegeben“. Das ist Behörden-Deutsch für: Es wird erst einmal weiter geplant. Später wird dann ein sogenannter Erbaurechtsvertrag zwischen den Parteien geschlossen. Das bedeutet: Das Grundstück bleibt offiziell Eigentum der Stadt, der Pächter kann es aber über einen langen Zeitraum (meistens 50 bis 99 Jahre) bebauen und verwalten.