Hamburg
XXL-Abriss in der City: Parkhaus wird zu günstigen Wohnungen
Mitten in der Innenstadt hat der Abriss eines ehemaligen Parkhauses begonnen, dort soll ein besonderes Wohnprojekt entstehen
Wer zufällig an der Neuen Gröningerstraße in der Hamburger Altstadt vorbeiläuft, der kann den gigantischen Abriss gar nicht übersehen: Hohe Schuttberge liegen vor dem Gebäude, in dem vor knapp sechs Jahren zuletzt Autos parkten. Die Genossenschaft „Gröninger Hof“ will die Flächen in günstige Wohnungen umwandeln – wann die ersten Mieter voraussichtlich einziehen können und wie viele Apartments noch zu haben sind.
Seit knapp über einem Monat fressen sich die Abrissbagger durch das ehemalige Parkhausgelände. Stück für Stück reißen sie die Teile des 1963 errichteten Gebäudes heraus, an den Säulen ist noch die rote Nummerierung der Stockwerke erkennbar.
Fundamente des Parkhauses werden in Neubau integriert
Erhalten bleiben die Bodenplatte, die Fundamente und die Brandschutzwand, die für den Neubau weitergenutzt werden. „Die Planung für das neue Haus orientiert sich daher auch am gleichen Raster wie das alte Parkhaus“, erklärt Björge Köhler. Er ist Architekt und Vorstandsmitglied in der Genossenschaft „Gröniger Hof“, die sich das Projekt auf die Fahne geschrieben hat.
Ursprünglich sollte noch viel mehr von dem alten Gerüst in den Neubau integriert werden. Vor allem die Parkdecks waren allerdings in sehr schlechtem Zustand: Im Beton fanden Gutachter Schäden, da Autos Winter für Winter Streusalz hineingefahren hatten. „Doch allein die Nutzung der Fundamente verbessert die CO2-Bilanz um über 40 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Vorhaben mit endgültigem Abriss und Neubau“, betont Köhler.
90 Wohnungen sollen an der Neuen Gröningerstraße einmal entstehen, davon sind bereits 88 reserviert. Zwei sind noch verfügbar und gedacht für Haushalte mit niedrigem Einkommen. Bei den Gewerbeflächen sei noch mehr frei, so Köhler. „Flächen für Gastronomie, flexible Einheiten für Büros und Gewerbe sowie Praxen und freie Berufe.“
Dazu kommen Gemeinschaftsflächen zum Feiern, Spielen oder Werken. Die Miete ist seit Herbst 2025 offiziell von der Stadt Hamburg gefördert und wird voraussichtlich zwischen sieben und 14,40 Euro pro Quadratmeter kosten, je nach Einkommen der zukünftigen Mieter. Ein Drittel der Wohnungen geht an Auszubildende und Studierende.
Voraussichtlich bis Herbst dieses Jahres soll der Abriss noch andauern. Anschließend stehen noch einige Betonbauarbeiten an den Fundamenten, dem Unter- und Erdgeschoss an. 2027 soll es dann losgehen mit dem Holzbau, bevor im Sommer 2028 die ersten Mieter einziehen sollen. Die Bauarbeiten hat das Hamburger Bauunternehmen Otto Wulff übernommen.
Gesamtkosten für Wohnprojekt stiegen auf 38 Millionen Euro
Die Gesamtkosten waren von ursprünglich 28 auf 38 Millionen Euro gestiegen. Als Gründe hatte die Genossenschaft die explodierten Baukosten sowie Mehrkosten für den Abriss des Rohbaus genannt.
Die Bürgerschaft und der Senat gaben dem ungewöhnlichen Projekt bereits eine Finanzspritze in Höhe von 900.000 Euro. Der Rest wird von der Genossenschaft und ihren rund 500 Mitgliedern aufgebracht, die für Kreditanträge rund 20 Prozent Eigenkapital, über vier Millionen Euro, stellen mussten.
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