Offiziell bestätigt: Wolf an Hamburger Stadtgrenze ausgewildert
Der Wolf, der eine Frau in einer Einkaufspassage in Altona verletzt hat, ist zurück an den Hamburger Stadtrand gebracht worden. Zwar hatte sich die Hamburger Umweltbehörde aus Tierschutzgründen nicht zum Standort des Tieres äußern wollen, doch jetzt gab die Behörde in Niedersachsen Auskunft. Ausgestattet mit einem Sender soll der Wolf länderübergreifend überwacht werden.
Bei seiner Auswilderung am Ostersonntag wurde der Wolf im südlichen Hamburger Stadtgebiet an der Grenze zu Niedersachsen freigelassen. Das teilte das Umweltministerium in Hannover auf Anfrage mit. Die Hamburger Umweltbehörde hatte nicht bekanntgegeben, wo das Tier nach seiner Gefangenschaft in einer Wildtierauffangstation im niedersächsischen Sachsenhagen hingebracht worden war.
Eine dauerhafte Unterbringung in einer Wildtierstation oder eine Tötung des Wolfs waren aus rechtlichen Gründen verworfen worden. Der Wolf war vor der Auswilderung mit einem Sender ausgestattet worden, sodass sein Standort nachvollzogen werden kann. Nach Behördenangaben wird das Jungtier im Rahmen des „Life-Wild Wolf”-Projekts länderübergreifend überwacht.
Wolf im Süden Hamburgs ausgewildert
Nach Informationen des „Abendblatts“ wurde der Wolf in der Fischbecker Heide ausgewildert. Inzwischen könnte sich das Tier allerdings schon in einer anderen Gegend befinden – Wölfe bewegen sich laut des Nabu im Schnitt zwischen 30 und 50 Kilometer am Tag.
Sollte sich der Wolf im Süden von Hamburg aufhalten, muss er sich womöglich mit dem ansässigen Rudel in den Wäldern von Rosengarten arrangieren. Wenn Jungwölfe auf ein fremdes Rudel treffen, gibt es zwei Szenarien. Entweder das Rudel verteidigt sein Territorium aggressiv gegen den Eindringling – das kann für den Jungwolf tödlich enden. Oder das Rudel nimmt den Wolf auf.
Wolf verletzte Frau in Altona
Das männliche Jungtier war bereits am vergangenen Wochenende im Westen der Stadt gesichtet worden. Am Montagabend war es dann in eine kleine Einkaufspassage im Zentrum Altonas gelaufen und hatte dort eine etwa 60 Jahre alte Frau verletzt. Anschließend rannte der Wolf mehrere Kilometer durch die Hamburger Innenstadt und sprang schließlich in die Binnenalster, wo ihn die Polizei einfangen konnte.
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Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sprach von einer „Auswilderung auf Bewährung“. In Niedersachsen waren dem Ministerium zufolge vor dem Hamburger Wolf bereits vier weitere Wölfe in das Forschungsprojekt aufgenommen und mit satellitengestützten Halsbandsendern ausgestattet worden: ein Tier im Jahr 2023, zwei Tiere im Jahr 2024 und ein weiteres Anfang März dieses Jahres. (dpa/abu)
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