Wohnungen, Park, neuer Busbahnhof? Jetzt beginnt der Kampf um Altonas „neues Zentrum“

Bahnhof Altona
Hat das Gebäude des Bahnhofs in Altona bald ausgedient?

Der Bahnhof in Altona hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Nachdem der einst eindrucksvolle Backsteinbau trotz massiver Proteste in den 70er Jahren abgerissen und durch einen Betonklotz ersetzt wurde, steht jetzt wieder eine große Veränderung an: In (voraussichtlich) zwei Jahren soll der Fernbahnhof zum Diebsteich ziehen – und das Gebäude mitten im Herzen von Altona dann komplett neu gedacht werden. Am Mittwochabend stellte die Stadt die Rahmenbedingungen für den geplanten Wettbewerb vor. Dabei soll es um nicht weniger als ein „neues Zentrum“ für Altona gehen – inklusive einer möglichen Verlegung des Busbahnhofs, neuen Grünflächen, Freizeitangeboten, Hotels und Wohnungen. Der Zeitplan ist „sportlich“.

„Das ist wirklich ein sportlicher Zeitplan“, sagte Birgit Ferber von der Baubehörde, während sie am Mittwochabend den Wettbewerb für das „Neue Zentrum Altona“ vor dem Stadtentwicklungsausschuss des Bezirks präsentierte. Dieser betrifft nicht nur das Bahnhofsgebäude, sondern auch das Umfeld inklusive dem Parkhaus und dem Paul-Nevermann-Platz.

„Neues Zentrum Altona“: Erste Ergebnisse Anfang 2026

Noch vor dem Sommer soll eine Onlinebeteiligung der Bürger starten, kündigte Ferber an. Diese soll dann während der Sommerferien ausgewertet werden, sodass fünf ausgewählte Architekturbüros nach Ende der Herbstferien loslegen können. „Wir planen mit den Ergebnissen im Januar oder Februar 2026.“

Kritik daran äußerte unter anderem Dana Vornhagen, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Altona. „Warum werden die Planungsbüros ausgewählt und nicht per Ausschreibung gesucht?“, fragte sie nach.

Ferber antwortete, dass das unter anderem an der kurzen Zeit hänge und die Stadt mit Büros zusammenarbeiten wolle, die bereits Erfahrung in solchen Projekten hätten. Drei Architekturbüros sollen aus Hamburg kommen, die restlichen zwei von außerhalb.

Rahmenlinien für Wettbewerb „Neues Zentrum Altona“

Allgemein seien die Teilnehmer in ihren Entwürfen völlig frei, fuhr Ferber fort. Es gebe aber ein paar Rahmenlinien: So müsse unter anderem ein neuer und größerer Busbahnhof in den Planungen mitgedacht werden. „Der muss aber nicht zwingend an seinem alten Standort liegen“, betonte sie. „Sie können die Busanlage wo auch immer hinplanen, wenn es Sinn macht. Das entscheiden wir dann später.“

Die Rampe, die vom S-Bahnhof in Richtung Platz der Republik führt, wird zurückgebaut und in eine Grünfläche integriert. Mitgedacht werden muss auch der denkmalgeschützte Schellfischtunnel, der vom Bahnhof Altona bis zu den unterhalb des Geesthangs an der Elbe gelegenen Gleisanlagen der ehemaligen Altonaer Hafenbahn führt. Unberührt von den Planungen bleiben die S-Bahngleise und das Intercity Hotel.

Regional- und Fernzüge sollen ab 2027 am Diebsteich halten

Vorstellbar für das „Neue Zentrum Altona“ sind laut Ferber unter anderem Wohnungen, Sport und Freizeit, Bildungseinrichtungen, Kitas, Gastronomie, Büros, Hotels, Einzelhandel, Mobilitätsangebote oder eine öffentliche Dachnutzung. Das liege jetzt an den Beteiligungen und Wettbewerbsergebnissen, zu denen auch Infostände und Veranstaltungen geplant sind.

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Sicher ist bislang, dass auf dem frei werdenden Gleisfeld des heutigen Kopfbahnhofs in Altona ab 2030 der zweite Teil des Quartiers Neue Mitte Altona entsteht. Rund 1900 Wohnungen sind dort geplant. Der unterirdische S-Bahnhof bleibt erhalten, während die Regional- und Fernzüge ab 2027 am neuen Fernbahnhof Diebsteich halten sollen.