Wohnturm, Auto-Tabu und eine Brücke: Das passiert 2026 in Hamburg-Mitte
2025 ist vorbei – Zeit, den Blick nach vorne zu richten. In der MOPO stellen wir für alle sieben Hamburger Bezirke eine Auswahl der Pläne fürs neue Jahr vor. Dieser Artikel widmet sich dem zentralsten, aber auch vielschichtigsten aller Bezirke, Hamburg-Mitte. Denn dazu gehören nicht nur die historische Innenstadt und die hochpreisige HafenCity, sondern auch Wilhelmsburg und St. Pauli.
Ab Sommer 2026: Steinstraße wird komplett umgebaut
Aus der 450 Meter langen Steinstraße zwischen Mönckebergstraße und dem historischen Kontorhausviertel wird künftig eine sogenannte „Kommunaltrasse“. Vereinfacht bedeutet das, dass dort nur noch Busse, Taxis, Sammeltaxi-Dienste wie Moia und Räder entlang fahren dürfen. Die Gehwege werden breiter und es werden 50 neue Bäume gepflanzt.
Baubeginn ist für Sommer 2026 angesetzt. Während der Umbauarbeiten müssen die Busse die Steinstraße erst einmal komplett umfahren und werden teilweise in die Mönckebergstraße verlegt.
Im Klöpperhaus entstehen bis Mitte 2026 neue Büros
Bis in die 1960er Jahre war das alte Klöpperhaus in der Mönckebergstraße ein Kontorhaus, bis Galeria Kaufhof einzog. 2020 musste die Warenhaus-Kette nach der Insolvenz dort wieder ausziehen.
Das Immobilienunternehmen Tishman Speyer hat bereits seit Februar mit den Renovierungsarbeiten begonnen, entstehen sollen dort bis Mitte 2026 hauptsächlich Büros. 50 Prozent der 27.000 Quadratmeter wurden bereits von der Hamburg Commercial Bank angemietet, die ursprünglich mal in den Elbtower ziehen wollte.
Brücke in Entenwerder wird im Sommer 2026 eröffnet
Die HafenCity und Rothenburgsort rücken näher zusammen: Ab Sommer 2026 werden sie mit der neuen Brücke verbunden, die künftig vom westlichen Ende des Elbparks Entenwerder zur U- und S-Bahn-Station Elbbrücken führt. Für Autos ist sie allerdings tabu und ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer gedacht.
Für Bewohner der HafenCity ist es eine schöne Abkürzung, um ins Grüne zum Elbpark Entenwerder zu gelangen. Und wer gerne Fahrradtouren macht, kommt künftig ohne Umweg von der Hamburger City bis in die Vier- und Marschlande.
„Moringa“-Haus in der HafenCity wird eröffnet
Ursprünglich mal für 2024 angepeilt, soll das „Moringa“-Haus im Jahr 2026 endlich eröffnet werden. Das deutschlandweit erste Wohnhochhaus nach dem „Cradle to Cradle Prinzip“ steht am nördlichen Ufer des Baakenhafens. Übersetzt heißt das „von der Wiege in die Wiege“ und setzt auf einen Kreislauf ohne Müll – für den Bau wurden nur recyclebare oder kompostierbare Materialien verwendet.
Das „Moringa“ ist fast komplett aus Holz und besitzt 18 Stockwerke. Alle 212 Wohnungen sind Mietwohnungen, mehr als ein Drittel davon öffentlich gefördert.
Bike + Ride und Elbinselquartier
An mehreren Haltestellen des Bezirks entstehen neue Fahrradabstellplätze: An der S-Bahn-Station Wilhelmsburg werden die 226 neuen Stellplätze im Jahr 2026 fertig. An der U-Bahn-Station Horner Geest wird 2026 währenddessen erst mit dem Bau begonnen: Dort sollen einmal 140 neue Fahrradplätze entstehen. Das Gleiche gilt für die U-Bahn-Station Stoltenstraße, wo ab nächstem Jahr 100 neue Fahrradabstellplätze gebaut werden.
Das passiert 2026 in Hamburgs Bezirken
- Altona: Elterntaxis, Neubauten und Uhus
- Bergedorf: Ein Jahr Stillstand in der Innenstadt?
- Eimsbüttel: Mega-Abriss und ein neuer Chef
- Hamburg-Mitte: Auto-Tabu, neue Brücke und ein Wohnturm
- Hamburg-Nord: Kampnagel, die U5 und ein grünes Denkmal
- Harburg: Neue Mieter im Ex-Karstadt und ganz viele neue Wohnungen
- Wandsbek: Open-Air-Kino und Elektro-Bordstein
Im 1. Quartal 2026 will die städtische Baugesellschaft IBA voraussichtlich mit dem Bau des nördlichen Elbinselquartiers in Wilhelmsburg beginnen. Insgesamt sollen einmal zwischen Ernst-August-Kanal, Aßmannkanal, Jaffe-Davids-Kanal und der Rotenhäuser Straße auf 53 Hektar insgesamt 2000 Wohnungen entstehen.
Weitere Diskussion um die Simon-von-Utrecht-Straße
Die Koalition aus SPD, Grünen und FDP in Hamburg-Mitte will die parallel zur Reeperbahn verlaufende Simon-von-Utrecht-Straße komplett verändern. Diese liege immerhin „mitten im Wohn- und Ausgehviertel – hier müssen Sicherheit und Rücksicht im Vordergrund stehen“, hieß es. Wie das genau aussehen könnte, steht noch nicht fest – das Thema soll im Jahr 2026 weiter in den Bezirksausschüssen besprochen und geplant werden.