Knall-Alarm in Hamburg: Er hat gerade 4000 Euro für Feuerwerk ausgegeben!
Am ersten offiziellen Tag des Feuerwerksverkaufs haben Knallbegeisterte der MOPO ihre Ausbeute gezeigt und verraten, was sie von der Verbotsdiskussion halten. Der Knaller: Einer hat sogar Feuerwerk im Wert von fast 4000 Euro im Wagen!
Die Familie von Marc (41) trifft sich zum Jahreswechsel mit zwei befreundeten Familien. Für ihr gemeinsames Feuerwerk greifen die Freunde besonders tief in die Tasche: Fast 4000 Euro haben sie zusammen ausgegeben. „Wir kommen aus Groß Hansdorf und haben links und rechts keine Nachbarn. Wir stören niemanden“, sagt Marc. Seine eigenen Hunde würden seinen Angaben zufolge Feuerwerk lieben und jedes Mal fasziniert in den Himmel schauen. „Von einem generellen Feuerwerksverbot halte ich nicht viel“, so der 41-Jährige wenig überraschend. „Ich würde einen Feuerwerks-Führerschein begrüßen.“
Silvester 2025: Weniger Böller, mehr funkelnde Raketen
Für Dominik Häuser (29) hat der Montag früh begonnen: Gemeinsam mit seinem Schwiegervater Jan Thode (58) klappert er seit sieben Uhr morgens die Discounter ab, seit neun Uhr steht er vor dem Weko-Lagerverkauf in der Billstraße, um an die besten Feuerwerksbatterien zu kommen. Die zwei Stunden Wartezeit nimmt er gern in Kauf. „Seit ein paar Jahren bin ich für das Feuerwerk des ganzen Viertels verantwortlich“, so der 29-Jährige aus Hinschenfelde, einem Quartier in Wandsbek. „Die Nachbarn kaufen seit Jahren immer weniger und verlassen sich immer mehr auf mich.“ Häuser und sein Schwiegervater legen besonders viel Wert auf die Optik, Knallen ist ihnen nicht wichtig. 700 Euro haben sie für das Funkeln am Silvesterhimmel ausgegeben.

Schönheit vor Lärm – das ist schon seit Jahren der Trend unter Feuerwerkskäufern, erklärt Ewald Egg, der den Lagerverkauf seit mehr als drei Jahrzehnten leitet. „Die Nachfrage nach Böllern geht immer mehr zurück. Die Menschen wollen schönes Feuerwerk.“ Als Ursache nennt er zum einen die Böllerverbots-Diskussion in den Medien und das gestiegene Bewusstsein für die Gefahren von Böllern. „Zum anderen sind die jungen Menschen von heute anders“, so Egg. „Sie haben nicht mehr so viel Lust auf Lärm.“

400 Euro für Feuerwerk – ein Schnäppchen im Vergleich!
Er selbst veräußert nur CE-geprüftes Feuerwerk und auch nur an über 18-Jährige. Die Kunden in der Schlange bewegen sich hauptsächlich im Alter zwischen 20 und 50 Jahren – viele berichten aber im Gespräch, dass sie vor allem ihren Kindern zuliebe ein schönes Feuerwerk veranstalten wollen. Zwei Tage vor Silvester steht fest: In diesem Jahr darf genauso viel geknallt werden wie zuvor – trotz Forderungen von Polizeigewerkschaft, Ärzten und Tierschützern.

Für Melanie (43), ihren Sohn Philip und dessen Freund Luca (beide 15) hat sich der Raketen-Einkauf dieses Jahr wie ein Schnäppchen angefühlt. „Ungefähr 414 Euro haben wir bezahlt“, so die Mutter. „In den vergangenen Jahren haben wir in Dänemark gefeiert und dort für dasselbe mal eben 300 Euro mehr bezahlt“. Die drei Rahlstedter lieben Silvester ebenso sehr wie Weihnachten und würden ein generelles Böllerverbot daher nicht begrüßen – zum Schutz der Tiere wären sie aber kompromissbereit, zum Beispiel in Bezug auf größere und mehr Böllerverbotszonen, sagen sie.
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Die Böllerfans sind inzwischen in der Minderheit: Laut einer repräsentativen Umfrage des TÜV-Verbandes wollen nur 22 Prozent der Bundesbürger zum Jahreswechsel ein privates Feuerwerk zünden. Aber die wenigen lassen sich den Spaß etwas kosten: Die Branche hofft auf einen weiteren Rekordumsatz, nach 197 Millionen Euro zu Silvester 2024 und 180 Millionen in 2023.
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