Ein Kind mit Warnweste schiebt sein Fahrrad über einen Zebrastreifen.

Mehr als 1100 Kinder waren 2024 in Schleswig-Holstein in Verkehrsunfälle verwickelt. (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa | Christoph Reichwein

Alarmierende Zahlen! Hunderte verletzte Kinder auf Hamburgs Straßen

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Mehr als 1100 Kinder waren 2024 in Schleswig-Holstein in Verkehrsunfälle verwickelt, in Hamburg wurden im Jahr 2023 fast 600 Jungen und Mädchen unter 14 Jahren verletzt. Unübersichtliche Kreuzungen, fehlende Zebrastreifen: Was der ADAC fordert, damit Kinder nicht weiter zu den Unfallopfern zählen.

Kinder zählen zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern: Sie nehmen Gefahren oft nicht richtig wahr und reagieren im Straßenverkehr anders als Erwachsene, sagte ADAC-Sprecher Rainer Pregla. Im vergangenen Jahr waren in Schleswig-Holstein laut Verkehrssicherheitsbericht mehr als 1100 Kinder in Verkehrsunfälle verwickelt.

Auch in Hamburg war 2023 zuletzt ein Anstieg der Verkehrsunfälle, in die Kinder verwickelt waren, festgestellt worden. 579 Jungen und Mädchen unter 14 Jahren wurden laut Senatsantwort von Januar bis November 2023 dabei leicht verletzt, 56 schwer und zwei tödlich. Doch es gibt Wege, diese Zahl zu senken.

So bräuchten Kinder etwa sichere Übergänge, um Straßen gefahrlos zu überqueren, betonte Pregla. Außerdem forderte er Tempo-30-Zonen vor Schulen und Kitas sowie eine Verkehrsplanung, die auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt ist.


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Bessere Infrastruktur soll Unfälle vermeiden

Wichtig sei auch, dass Kinder früh lernten, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen – ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder als Mitfahrer. Gleichzeitig müssten Autofahrer Rücksicht nehmen. Besonders in der Nähe von Schulen und Wohngebieten sollten sie langsam fahren, aufmerksam bleiben und bedenken, dass Kinder oft unberechenbar reagierten, führte der ADAC-Sprecher aus.

Nur das Zusammenspiel aus guter Infrastruktur, gezielter Verkehrserziehung und Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer könne die Unfallzahlen senken. Doch viele Kommunen hinkten bei der Infrastruktur hinterher, sagte Pregla. Unübersichtliche Kreuzungen, fehlende Zebrastreifen oder abrupt endende Radwege bergen demnach besonders für Kinder große Gefahren. 

Auch das Land Schleswig-Holstein teile die Einschätzung des ADAC, hieß es aus dem Verkehrsministerium in Kiel. Nur die Kombination aus sicherer Verkehrsinfrastruktur, gezielter Mobilitätserziehung sowie rücksichtsvolle Verkehrsteilnahme könne zu mehr Schutz von Kindern führen. 

2024 mehr Verkehrsunfälle mit Kindern als im Jahr davor

Der Verkehrssicherheitsbericht vom vergangenen Jahr zeigt, dass 2024 die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern sowie die Zahl der verletzten Kinder im Vergleich zum Jahr 2023 leicht zunahm. Die Unfälle stiegen um knapp 1,0 Prozent auf 1196, die Zahl der verletzten Kinder um 3,4 Prozent auf 1247.

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Leicht verletzt wurden 1151 Kinder – 2,1 Prozent mehr als 2023 (1127). Schwer verletzt wurden 95 Kinder, ein Anstieg um 21,8 Prozent. Trotz dieses deutlichen Zuwachses bleibt der Wert der zweittiefste der vergangenen zehn Jahre. Im Vergleich zu 2015 sank die Zahl der schwer verletzten Kinder um 34 Prozent. Wie schon 2023 starb auch im vergangenen Jahr ein Kind bei einem Verkehrsunfall. (dpa/mp)

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