Ein etwa 30 Meter hoher Baum war in der Gemeinde Mittelangeln bei starken Windböen auf eine Gruppe gestürzt, drei Menschen starben.

Ein etwa 30 Meter hoher Baum war in der Gemeinde Mittelangeln (Kreis Schleswig-Flensburg) bei starken Windböen auf eine Gruppe gestürzt, drei Menschen starben. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Tödlicher Baumsturz am Ostersonntag: Wie sicher sind unsere Wälder?

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Gerade für Menschen in Großstädten ist der Wald ein beliebtes Ziel für eine Auszeit in der Natur. Doch nach dem tragischen Unglück am Ostersonntag, bei dem drei Menschen durch einen umstürzenden Baum ums Leben kamen, stellen sich viele die gleiche Frage: Wie gefährlich sind Wälder eigentlich? Die MOPO gibt Antworten.

Wie gefährlich ist ein Besuch im Wald bei Sturm?

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald warnt davor, sich bei stürmischem Wetter im Wald aufzuhalten: „Bei Sturm oder Gewitter sollten Sie den Wald so rasch als möglich verlassen“, heißt es auf der Website.

Bereits bei mäßigem Wind könnten Äste und Zapfen herunterfallen und Menschen schwer verletzen. Besonders Waldränder sind riskant, weil der Wind dort stärker angreift als im dichten Wald.

Wie kann ein Baum plötzlich umstürzen?

Nicht nur kranke, sondern auch gesunde Bäume können bei starkem Wind umstürzen – besonders wenn der Boden durch Regen aufgeweicht ist und die Wurzeln keinen Halt mehr finden. Häufig haben Bäume jedoch Vorschäden wie Pilzbefall, Fäulnis oder beschädigte Wurzeln. Das ist für Spaziergänger meist nicht zu erkennen.

Der Deutsche Alpenverein erklärt zudem: „Immer wieder treten auch in Deutschland Tornados auf, also sehr lokale Wirbelstürme.“ Diese könnten selbst starke und eigentlich gut verwurzelte Bäume wie Zahnstocher umknicken. Auch noch Tage später könnten beschädigte Bäume plötzlich herunterfallen, wenn sie unter Spannung stehen.

Woran erkennt man einen „gefährlichen“ Baum?

Es gibt einige Warnzeichen: Pilze am Stamm, Risse im Holz, viele tote Äste, schiefer Stand, freiliegende oder beschädigte Wurzeln sowie aufgewölbter Boden rund um den Baum. Allerdings gilt: Viele Schäden sind von außen nicht sichtbar. Absolute Sicherheit gibt es im Wald daher nie.

Wer kontrolliert Bäume im Wald?

Förster und Waldbesitzer kontrollieren vor allem Bereiche entlang von Wegen, Straßen oder Parkplätzen. Diese sogenannten Verkehrssicherungsbereiche werden regelmäßig überprüft – und gegebenenfalls werden Maßnahmen wie Baumschnitte oder Fällungen eingeleitet. Abseits der Wege gilt jedoch: Das Betreten des Waldes erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr.

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Was sollte man bei Wind im Wald beachten?

Experten raten, bei Sturm oder starken Böen nicht in den Wald zu gehen und Wetterwarnungen ernst zu nehmen. Wer dennoch unterwegs ist, sollte Abstand zu großen, alten Bäumen halten, Waldränder meiden sowie auf knackende Geräusche achten und den Bereich dann sofort verlassen. Denn selbst ein scheinbar gesunder Baum kann bei starkem Wind plötzlich umstürzen. (rei/dpa)

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