Stars verneigen sich vor Udo Lindenberg – „Wir feiern die Panik-Festspiele, yeah!“
Der Panikrocker wird am 17. Mai 80 Jahre alt und schon jetzt feiert Hamburg seinen Ehrenbürger mit einem wahren Udo-Festival. Am Mittwoch kamen Stars wie Thomas D und BossHoss in die Astor-Filmlounge in der HafenCity, wo Udo das erste Exemplar des Tribute-Albums „We love Udo“ überreicht wurde. Und der Jubilar? Nuschelte hocherfreut.
„Ist ja noch früh am Morgen“, ließ Udo das Publikum gegen 17 Uhr wissen: „Bin gerade aus dem Bett gefallen, gerade aus der Frischhaltefolie raus.“ Aber geehrt fühle er sich, dass so viele Künstler – von seinem musikalischen Ziehsohn Jan Delay über Ina Müller und Tokio Hotel bis zu seiner persönlichen Entdeckung „Deine Kusine“ – zu seinem 80. Geburtstag seine Songs auf dem Album neu interpretiert haben.

Ina Müller, Bill Kaulitz, Max Giesinger & Co. interpretieren Udos Hits neu
Jeder der 20 Tribute-Künstler bekam eine Liste von Vorschlägen (Udo hat 800 Lieder geschrieben!) und wählte selbst aus. Das Ergebnis: Superhits wie der „Komet“ stehen neben eher unbekannten frühen Werken.

Noch hat er nicht alles gehört, aber heute Nacht, verspricht Udo, „da hört das ganze Hotel mit.“ Hören lassen kann sich das Album tatsächlich: Inga Humpe haucht in bester Marilyn-Manier „Happy Birthday, Mister Panik-Präsident“, dann Ina Müller wie sie lasziv in „Bis ans Ende der Welt“ von der „Hochzeit im Panikmodus im Petersdom“ träumt, Bill Kaulitz, der mal wieder Deutsch singt: „Na und?“, ein Song, in dem Udo zu seiner eigenen Überraschung einem Mann eine Liebeserklärung macht.
Max Giesinger hat eine überaus radiotaugliche Version von „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“ vorgelegt und beweist Selbstironie: „Die Leute werden denken, endlich mal ein Song von mir mit einem guten Text.“
Udo Lindenberg gerührt: „Das ist der totale Flash“
Udo ist sichtlich gerührt: „Das ist absolut umwerfend und verheißungsvoll, ich ziehe sieben Hüte. Das ist der totale Flash, wie ihr daraus euren Sound und eure Storys gemacht habt.“
Dann nuschelt der „Zeitzeuge der bunten Republik“ noch ein bisschen im Udo-Style aus seinem Leben: In „Gronau an der Donau vom Himmel gefallen ins Doppelkornfeld“. Rockstar war schon früh der Berufswunsch: „Konto immer brechend voll.“
Putin-Kopf, Lederjacke für Honecker: „Udoversum“ im Stilwerk eröffnet
Bevor der zweite Teil des Abends beginnt, hat der fast 80jährige Panik-Patriarch noch einen guten Rat an den Nachwuchs: „Lange schlafen, bisschen saufen. Und seid schön verrückt.“
Nach dem Launch des Tribute-Albums geht es am Abend für Udo noch weiter: Im Stilwerk, Große Elbstraße 68, wird um 20 Uhr das „Udoversum“ für Hunderte geladene Gäste eröffnet. Das Gedränge ist schon um 19 Uhr groß: Wenn Udo kommt, wollen alle dabei sein. Unter den Gästen: mehrere Doppelgänger, aber keiner so schmal, wie der Original-Udo inzwischen, der vor den Kunstwerken seine Udo-Grooves zeigt.
- Florian Quandt Zu den Exponaten gehört die Lederjacke, die Udo Lindenberg 1987 DDR-Staatschef Erich Honecker schenkte.

Zu den Exponaten gehört die Lederjacke, die Udo Lindenberg 1987 DDR-Staatschef Erich Honecker schenkte. - Florian Quandt Auch das Originaldrehbuch von Udos Film „Panische Zeiten“ von 1979 wird gezeigt.

Auch das Originaldrehbuch von Udos Film „Panische Zeiten“ von 1979 wird gezeigt. - Florian Quandt Auch ein Bühnen-Prop mit Putin-Kopf gehört zu Udo Lindenbergs skurrilen Show-Requisiten.

Auch ein Bühnen-Prop mit Putin-Kopf gehört zu Udo Lindenbergs skurrilen Show-Requisiten. - Florian Quandt Im „Udoversum“ sind auch zahlreiche Plattencover ausgestellt.

Im „Udoversum“ sind auch zahlreiche Plattencover ausgestellt. - Florian Quandt Udo Lindenberg in der neuen Ausstellung „Udoversum“ im Stilwerk

Udo Lindenberg in der neuen Ausstellung „Udoversum“ im Stilwerk. - Florian Quandt Auch Dragqueen Olivia Jones war unter den Promi-Gästen.

Auch Dragqueen Olivia Jones war unter den Promi-Gästen. - Florian Quandt Der „Udoversum“-Schriftzug im Stilwerk.

Der „Udoversum“-Schriftzug im Stilwerk. - Florian Quandt Eine Besucherin betrachtet eines von Udos Bildern.

Eine Besucherin betrachtet eines von Udos Bildern. - Stephanie Lamprecht Die Ausstellung „Udoversum“ im Stilwerk.

Die Ausstellung „Udoversum“ im Stilwerk. - Florian Quandt Geboten wird auch ein Blick hinter die Kulissen der jüngsten Tournee, inklusive Originalkostüme des Panikorchesters.

Geboten wird auch ein Blick hinter die Kulissen der jüngsten Tournee, inklusive Originalkostüme des Panikorchesters.
Auf der Bühne wird es später am Abend emotional: Kultursenator Carsten Brosda lobt Udo als „Gesamtkunstwerk“, Olivia Jones hält eine berührende Laudatio auf ihren „Panikhasen“: „Du warst sogar im Schwarz-weiß-Fernseher meiner Oma bunt und was du für Minderheiten getan hast, dafür können wir nicht genug danken. Ich habe in deinem Gigantenschatten laufen gelernt.“ Udo als Bundespräsident und sie, Olivia, seine First Lady: „Das wäre ein Traum!“
„Wir feiern die Panik-Festspiele, yeah!“
Und dann kommt Olivias „Udolito“ selbst auf die Bühne und wirkt tatsächlich etwas überwältigt: „Bundespräsident, mal sehen“, nuschelt er: „Ich hab ja noch viel vor.“ Und dass er nicht glauben kann, wie es nach der Musik mit der Malerei abgegangen ist („bei der Musik war Flaute, aber da schlummerte noch ein Talent in meiner Tasche“) – und dann spricht der fast-80-Jährige von seinen Eltern: „Danke, Hermine und Gustav für das Talent.“
Bisschen Gurgeln mit Eierlikör, bisschen Mikro schlenkern und dann – „Hinterm Horizont geht’s weiter“ – legt Udo im Foyer des Stilwerks los: „Wir feiern die Panik-Festspiele, yeah!“
Drei Etagen voll mit bunten Udo-Kunstwerken
Ab Donnerstag können sich alle Fans die Ausstellung mit Stücken aus Udos Leben anschauen: Drei Etagen voll mit bunten Udo-Kunstwerken in allen Größen samt Udo-Sinnsprüchen á la „Alle Tage sind gleich lang aber unterschiedlich breit“. Zu sehen ist die Lederjacke, die er einst Erich Honecker überreicht hat (im Glaskasten zusammen mit Honeckers Gegengeschenk, einer Schalmei…), Wände mit Fotos vom kleinen Udo, dazu unzählige Plattencover.
Auch das Originaldrehbuch von Udos Film „Panische Zeiten“ von 1979 und ein Gästebuch des Hotels Atlantic werden gezeigt. Das Buch hat Udo 1995 kurzerhand annektiert und die leeren Seiten mit Zeichnungen gefüllt.
Das könnte Sie auch interessieren: Ein Schnäppchen? Udo Lindenbergs halber goldener Trabi verkauft
Im letzten Raum schließlich der Udo von heute, der das wohl bemerkenswerteste Comeback seiner Generation hingelegt hat: Geboten wird ein Blick hinter die Kulissen der jüngsten Tournee, inklusive Originalkostüme des Panikorchesters und einer Miniatur der Showbühne.
Wer dann noch nicht genug hat von der Reise durchs Udoversum: Im Shop der Ausstellung gibts leckeren Likör und allerlei Udo-Zeug. Die Ausstellung soll bis 5. Oktober laufen. Eintritt: ab 20 Euro.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.