Wie ein Ausflug aufs Land, aber mitten in Hamburg

Wandse
Kurz vor ihrer Mündung in die Außenalster wird die Wandse zum Eilbekkanal.

Nicht weit von viel befahrenen Straßen, von Gewerbe- und Wohngebieten, zeigt sich Wandsbek von einer ganz anderen Seite. Idyllisch, grün und ruhig. Für Radfahrer, Spaziergänger und Sonnenanbeter ist der Weg an der Wandse entlang wie ein Ausflug aufs Land. Auf 25 Kilometern schlängelt sich der kleine Fluss von der Quelle in Schleswig-Holstein bis zur Mündung in die Alster. Wir sind ein Teilstück entlanggeradelt und haben unterwegs auch den umgestalteten Eichtalpark, Hamburgs ersten Klimapark, besucht.

Trainieren oder spazieren

Calisthenics
Calisthenics-Trainer Martin trainiert täglich – gern an den Geräten am Wandse Wanderweg.

Im Friedrichsberger Park wird die Wandse zum Eilbekkanal und mündet dann in die Alster. Entgegen der Fließrichtung geht es für uns wie für viele weitere Radfahrer, Jogger oder Spaziergänger flussaufwärts immer am Wasser entlang durchs Grüne. Die fittesten Parkanlagen-Besucher trainieren an den Calisthenics-Anlagen, die kurz vor dem Mühlenteich zu finden sind. So wie Martin, der auch beruflich als Fitnesstrainer arbeitet und mal eben einen Handstand vorführt, als wäre das Nichts.

Mittagstisch für vier Euro

Cafe Tschai
Angela Leisten ist Küchenchefin im Café Tschai. Ein Mittagessen kostet hier nur 4 Euro oder 4,50 Euro.

Nicht direkt am Wandse Wanderweg, aber nur ein paar Schritte entfernt, serviert das internationale Café Tschai am Keßlersweg (Höhe Holzmühlenteich), geöffnet wochentags von 11 bis 17 Uhr, den vermutlich günstigsten Mittagstisch Hamburgs. In der ehemaligen Mensa der Schule am Eichtalpark stehen im Sozial-Café für alle Besucher und Besucherinnen zwei Gerichte zur Auswahl. Küchenchefin Angela Leisten und ihr Team haben für alle Gäste nicht nur eine warme, wohlschmeckende Mahlzeit, sondern immer auch ein freundliches Wort übrig.

Jüdischer Friedhof

Jüdischer Friedhof
Der Jüdische Friedhof in Wandsbek kann nur im Rahmen einer öffentlichen Führung besichtigt werden.

Der Jüdische Friedhof an der Königsreihe/Litzowstraße kann nur mit einer öffentlichen Führung besucht und sonst nur von außen angeschaut werden. Etwa 850 Grabsteine aus der Zeit von 1637 bis 1884 sind noch erhalten. Erst 1960 wurde der Friedhof unter Denkmalschutz gestellt.

Oase mit Palmen

Botanischer Sondergarten
Ein schöner Platz zum Ausruhen und Entspannen: der Botanische Sondergarten.

Weiter geht es, hier und da auf Umwegen, weil im Eichtalpark noch gebaut wird, bis zum Botanischen Sondergarten. Auch im Frühherbst blüht alles in den schönsten Farben, die Palmen sorgen für Tropenatmosphäre, irgendwo ist immer eine Bank frei – ein perfekter Platz für alle, die Ruhe suchen und einfach nur ins Grüne und Blühende schauen möchten.

Alles neu im Eichtalpark

Eichtalpark
Landschaftsarchitekt Carsten Sempf hat den Klimapark mit entworfen und testet schon mal die neuen Liegebänke im umgestalteten Eichtalpark.

Bauzäune und Sandberge – der Eichtalpark ist eine große Baustelle und das schon seit Monaten. Hier entsteht Hamburgs erster Klimapark. Anfang November soll alles feierlich eingeweiht werden. Landschaftsarchitekt Carsten Sempf arbeitet beim Bezirksamt Wandsbek und hat die Umgestaltung mitgeplant. „Wir haben schon einiges fertiggestellt, neue Brücken und Wege gibt es bereits, die bequemen Liegebänke stehen, der Lauf der Wandse wurde renaturiert.“ Weiterhin entstehen im Eichtalpark eine Auenlandschaft sowie ein Klimapfad, eine Klimastation, und dazu werden klimaangepasste Baumarten gepflanzt.

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Torhaus für Kulturfreunde

KulTorhaus
Das denkmalgeschützte Torhaus wurde zur Galerie KulTorhaus und wird von Sphinxen flankiert.

Nicht nur Natur, auch Kultur können Besucher rund um den Wandse-Wanderweg erleben. Im KulTorhaus zum Beispiel. Bewacht von zwei jahrhundertealten Sphinxen, werden wechselnde Ausstellungen gezeigt. Das leerstehende Gebäude daneben soll künftig für Veranstaltungen, Vorträge und Workshops genutzt werden. Auch das historische Restaurant „Zum Eichtalpark“ von 1888 soll nach Sanierung Mitte 2026 wiedereröffnen. Noch wird aber – wie gerade an so vielen Orten in Hamburg – gebaut.

Nicht weit von viel befahrenen Straßen, von Gewerbe- und Wohngebieten, zeigt sich Wandsbek von einer ganz anderen Seite. Idyllisch, grün und ruhig. Für Radfahrer, Spaziergänger und Sonnenanbeter ist der Weg an der Wandse entlang wie ein Ausflug aufs Land. Auf 25 Kilometern schlängelt sich der kleine Fluss von der Quelle in Schleswig-Holstein bis zur Mündung in die Alster. Wir sind ein Teilstück entlanggeradelt und haben unterwegs auch den umgestalteten Eichtalpark, Hamburgs ersten Klimapark, besucht.