Wie dieser Mann sagenhafte 115 Kilo abnahm – und nun als Fitness-Vorbild modelt

Burak Günes hat 110 Kilo abgenommen und kommt auf das Cover von Men's Health
Kaum zu glauben: Burak Günes (31) hat mal 200 Kilo gewogen. Heute modelt er.

Sie haben keine Model-Erfahrung und sehen nicht so aus wie die Menschen, die sonst die Titelseite der Fitness-Magazine zieren. Die eine ist dem Model-Alter eigentlich längst entwachsen, der andere trägt sichtbare Narben einer im wahrsten Sinne schweren Zeit auf seinem Körper. Dennoch könnten Erika Rischko (82) und Ex-200-Kilo-Mann Burak Günes (31) es im Oktober auf das Cover der „Women’s Health“ und „Men’s Health“ schaffen. Am Samstag und Sonntag fanden die Fotoaufnahmen dafür in Hamburg statt.

Ein großer Raum in einem alten Gebäude in der Stahltwiete (Bahrenfeld). Boden und Wände sind weiß. Holzbalken, die inmitten der Räume die Decken tragen, sind ebenfalls weiß. Es läuft laute Musik. Gestylte, durchtrainierte Menschen werden fotografiert, geschminkt oder laufen hektisch umher. Mittendrin: Rentnerin Erika Rischke (82).

Shooting in Hamburg: Außergewöhnliche Models vor der Kamera

Sie ist mit Abstand die Älteste beim Shooting für das Cover der „Women’s Health“. Sie hat ein breites Lachen, eine tolle Ausstrahlung. Sie hat keine typischen Modelmaße, aber eine gute Figur. Ist fit, posiert sportlich vor der Kamera. „Meine Tochter hat mir geraten, mich anzumelden“, sagt Rischko zur MOPO. „Mir ist es wirklich ein Anliegen, das Bild, das von Senioren in unserer Gesellschaft herrscht, zu ändern“, sagt sie. Fünfmal pro Woche treibt sie Sport.

Erika Rischko (82) posiert sportlich vor der Kamera.
Erika Rischko (82) posiert sportlich vor der Kamera.

„Nur weil man „alt“ ist, bedeutet das nicht, dass man nicht mehr moderne Kleidung trägt oder aber, dass man unsportlich ist“, so Rischko. Ihre Familie sei sehr stolz darauf, dass sie am Shooting teilnehme. In der Titelstory der Magazine soll es um die Fitness-Tipps der Cover-Model-Finalisten gehen.

Burak Günes nahm mehr als 100 Kilo ab

Auch Burgerladen-Chef Burak Günes sieht mit den Narben auf seinem Körper nicht unbedingt wie die typischen makellosen Models aus, die sonst den Titel der „Men’s Health“ zieren. Er hat eine schwere Lebensgeschichte hinter sich. Mit Anfang 20 wird er zu Hause rausgeworfen. Seinen Frust stillt er mit Chips, Pizza, Pommes und Co. Er wird immer dicker und dicker, verliert schließlich seinen Job als Rettungshelfer. Seine damalige Freundin verlässt ihn, als er 200 Kilo wiegt. Er endet in einer kleinen Wohnung im Plattenbau. „Das war der Moment, wo mir bewusst wurde, dass ich etwas ändern muss“, sagt er zur MOPO. Das ist nun fünf Jahre her.

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Er beschloss, bei einer TV-Sendung mitzumachen. Vor laufender Kamera wurde er gedrillt, um abzunehmen. Nach der Teilnahme machte er weiter. „Ich wollte wissen, was ich aus diesem Körper alles herausholen kann“, sagt Günes zur MOPO. „Zwischendurch hatte ich immer wieder Tiefs, Jojo-Effekte, Motivationsverluste. Man muss sich dann aber einfach fangen und weitermachen“, sagt er.

Fettleibigkeit, schwere Operationen und Depressionen

Heute wiegt er 85 Kilo, ist trainiert und ein echter Blickfang. Das einzige, was auffällt, sind Narben am Bauch. Er musste überschüssige Haut entfernen lassen, bei der Operation gab es Komplikationen. Er verlor viel Blut, musste Tabletten nehmen. Schließlich wurde er depressiv. Doch der 31-Jährige hat sich wieder mal zurück ins Leben gekämpft und ist nun für viele ein Vorbild.

Burak Günes (31)
Narben an seinem Bauch erinnern an die 115 Kilo, die Burak Günes abgenommen hat.

Burak Günes und auch Erika Rischko sind beide bei Instagram aktiv. Sie wollen ihre Follower motivieren, mutig zu sein, Sport zu machen und sich gesund zu ernähren. Rischko zeigt in ihren Videos, dass man auch mit 82 Jahren noch eine gute Figur an der Klimmzugstange machen kann.

Burak Günes zeigt Vorher-Nachher-Bilder und motiviert seine Follower dazu, es ihm gleich zu tun. „Es ist so cool, wenn dir Leute schreiben, dass sie wegen dir 40 Kilo abgenommen haben. Dass ich sie dazu motiviert habe, es zu schaffen“, sagt der 31-Jährige.

https://www.instagram.com/p/CM1ktDTHsTp/?hl=de

Ob Erika Rischko es auf das Cover der „Women’s Health“ schafft und Burak Günes das Titelblatt der „Men’s Health“ zieren wird, zeigt sich am 22. August. Dann entscheidet die Redaktion, welche Protagonisten ihrer Geschichten auf der ersten Seite landen. Veröffentlicht werden die Magazine Ende September.

Eines ist klar: Ob Cover oder nicht, Rischko und Günes haben allen Grund, stolz auf sich zu sein.