Werden Hamburgs Weihnachtsmärkte zu Festungen?

Polizisten sichern einen Weihnachtsmarkt (Symbolbild).
Schwer bewaffnete Polizisten sichern einen Weihnachtsmarkt (Symbolbild).

Bald ist es wieder soweit: Bunte Lichter, Flammkuchen und ein Glühwein mit den Kolleginnen und Kollegen nach Feierabend – die Weihnachtsmärkte in Hamburg öffnen nach und nach ihre Pforten. In Wandsbek läuft der Markt bereits seit dem 1. November, die letzten Märkte öffnen am 24. November. Die Todesfahrt von Magdeburg im letzten Jahr, die Festnahme eines mutmaßlichen Islamisten in Berlin und Marktabsagen in NRW wegen zu hoher Sicherheitskosten sorgen gleichzeitig für Unsicherheit: Wie sicher sind Hamburgs Weihnachtsmärkte? Die MOPO hat nachgefragt.

Die Sicherheitsbehörden geben sich wachsam, aber gelassen. Laut dem Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) gibt es derzeit keine konkreten Hinweise auf Anschlagsplanungen in Hamburg. Dennoch bleibe die „abstrakte Gefährdungslage hoch“.

Gerade Veranstaltungen mit großem Besucherandrang gelten als potenzielle Ziele. „Erhöhte Wachsamkeit ist weiterhin geboten“, so ein Sprecher. Das jüngst ausgesprochene Verbot der islamistischen Gruppe „Muslim Interaktiv“ könne sich auf die Lage auswirken, sei aber noch nicht bewertet.

Weihnachtsmarkt Hamburg: „keine verschärften Vorkehrungen“

Auch die Polizei Hamburg beobachtet die Situation genau. „Die Veranstaltenden sind grundsätzlich für den Schutz ihrer Veranstaltungen verantwortlich“, erklärt Polizeisprecher Thilo Marxsen. Die Polizei berate die Bezirke und Veranstalter, empfehle Schutzmaßnahmen und benenne Risiken – etwa den Einsatz zusätzlicher Sperrelemente. Wie genau der Schutz der Märkte aussieht, bleibt aus Sicherheitsgründen vertraulich.

Bei den Veranstaltern überwiegt dennoch Zuversicht. Die Bergmann-Gruppe, Betreiber von sechs Weihnachtsmärkten in Hamburg und Umgebung, berichtet von einer stabilen Sicherheitslage. „In Hamburg gibt es keine verschärften Vorkehrungen im Vergleich zu 2024“, heißt es.

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In Ottensen etwa sichern wie im Vorjahr Betonschwellen und Wassertanks den Markt ab, kleinere Veranstaltungen seien teilweise ohnehin durch feste Poller geschützt. Nur in Schleswig-Holstein, etwa in Kaltenkirchen oder Norderstedt, hätten die Städte die Vorgaben spürbar verschärft.

Weihnachtsmärkte werden teurer – aber nicht wegen der Sicherheit

Spürbar in Hamburg sei dagegen der Kostendruck. „Wir merken steigende Gebühren und Aufwendungen deutlich“, so die Bergmann-Gruppe. Trotz höherer Ausgaben wolle man die Preise stabil halten – Glühwein, Bratwurst und gebrannte Mandeln sollen nicht teurer werden.

Nicht alle schaffen das. In Rahlstedt fällt der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr aus – weil die Finanzierung nicht mehr zu stemmen war.