Das Restaurant „Mr. Kebab“ auf St. Pauli: In kalten Winternächten öffnet Inhaber Muhyiddin Arisoy hier die Türen für Obdachlose. Foto: Florian Quandt

Wenn es eisig wird, bleibt seine Tür offen: Hamburger Gastronom hilft Obdachlosen

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Wo andere wegschauen, zögert er keinen Moment – und handelt. Muhyiddin Arisoy ist der Geschäftsführer des Restaurants „Mr. Kebab“ auf St. Pauli. In den ganz kalten Winternächten öffnet er nachts die Türen für Obdachlose und lässt sie in seinem Lokal schlafen. Dafür wird er auf Social Media gefeiert. Die MOPO hat mit dem 50-Jährigen gesprochen.

Im Restaurant „Mr. Kebab“ auf St. Pauli (Beim Grünen Jäger 1) gibt es Falafel, Köfte, Dürüm, Burger – und ganz viel Herz. Für die Obdachlosen in seinem Viertel ist Muhyiddin Arisoy jederzeit da: „Sie kriegen tagsüber bei uns umsonst was zu essen und zu trinken. Das machen viele Kollegen hier so“, sagt er.

„Mr. Kebab“: Gastronom lässt Obdachlose in seinem Restaurant übernachten

Als die Nächte bitterkalt wurden – mit Temperaturen bis zu minus 12 Grad – öffnete der 50-Jährige auch nachts die Türen seines Restaurants: „Ich bin durch die Nachbarschaft gelaufen und habe geschaut, wer hier noch auf der Straße schläft. Und habe die Obdachlosen eingeladen, bei mir im Lokal zu übernachten“, sagt er zur MOPO.

Schon 15 Obdachlose seit Jahresbeginn in Hamburg gestorben“: Diese Nachricht habe er kurz vorher gelesen – und wollte helfen. Auch auf Social Media verkündet er: „Die Türen von Mr. Kebab stehen für Obdachlose offen. Warme Getränke und Suppe sind da.“ Und weiter: „Wenn ihr einen Obdachlosen seht, bringt ihn her.“

Schlechte Erfahrungen habe er bisher keine gemacht: „Ich weiß, dass einige Menschen aggressiv werden können, wenn sie nicht an ihre Drogen oder ihren Alkohol kommen. Aber hier gab es noch keine Probleme.“

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Zum Winternotprogramm in Hamburg sagt er: „Dort arbeiten viele gute Menschen, die tolle Arbeit machen. Aber den meisten Obdachlosen fällt es schwer, sich an die Regeln und Abläufe, wie feste Schlafenszeiten, zu halten. Viele haben Probleme mit Autorität. Mehr Freiheiten für die Obdachlosen und mehr Personal wäre schön.“

Auf Social Media erhält Arisoy viel Zuspruch für seine Aktion: „Meine Hochachtung, Respekt“, kommentiert jemand. Oder auch: „Wir brauchen mehr von solchen Menschen.“ Und für den Gastronomen steht fest: Wenn jemand bei den unerbittlichen Temperaturen nachts Hilfe braucht, öffnet er wieder seine Türen.

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