Wenn der Weiher stinkt: Eimsbüttel-Politik will Berlin-Methode gegen üble Gerüche

Eine Frau und ein Mann fahren mit einem Kajak auf dem Isebekkanal. (Archivbild)
Eine Frau und ein Mann fahren mit einem Kajak auf dem Isebekkanal. (Archivbild)

Im Hochsommer wird es am Weiher und am Isebekkanal regelmäßig unerquicklich: fauliger Geruch, Frust bei Anwohnern. Jetzt wollen Grüne und SPD in Eimsbüttel eine neue Methode dagegen prüfen lassen.

Es geht dabei um die „Schäfersee-Methode“ aus Berlin. In einem Antrag der Eimsbütteler SPD und Grüne fordern die Fraktionen, Experten einzuladen, um zu klären, ob das Verfahren auch in Eimsbüttel funktionieren könnte.

Eimsbüttel: Deshalb mieft es an den Gewässern

Das Problem ist seit Jahren bekannt. Sobald es länger heiß bleibt, kippt die Stimmung wegen Sauerstoffmangel an den Gewässern. Was eigentlich nach Sommer im Grünen klingen sollte, wird für viele Anwohner zur Zumutung. Im Antrag ist von einer „starken Geruchsentwicklung“ die Rede, die „nicht nur die Aufenthaltsqualität im Park am Weiher oder am Kaifu-Park deutlich reduziert hat, sondern auch für Anwohnende eine große Belastung darstellte“.

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Betroffen sind vor allem der Weiher entlang der Unnastraße und der Isebekkanal am Kaiser-Friedrich-Ufer. Gerade dort, wo sich das Wasser wenig bewegt und viel Regenwasser zuläuft, verschärft sich das Problem in Hitzephasen besonders. Die Bezirkspolitik verweist ausdrücklich auf den Klimawandel, der „im Sommer in Hamburg zunehmend zu längeren und stärkeren Hitzeperioden“ führe.

Gewässer retten? Das steckt hinter der Schäfersee-Methode

Versucht wurde schon einiges: „aufwändige und kostspielige manuelle Beseitigung von Schlick & anderem Biomaterial“ ebenso wie Sauerstoffpumpen. Das helfe zwar der „Überlebensperspektive der in den Gewässern lebenden Organismen“, heißt es in dem Antrag, doch bei einem anderen Punkt fällt das Fazit ernüchternd aus: „Das Problem der Geruchsentwicklung erscheint jedoch nach wie vor nicht gelöst.“

Genau da setzt nun die Hoffnung auf Berlin an. Am Schäfersee soll die Zugabe von Kalziumnitrat die Wasserqualität deutlich verbessert und unangenehme Gerüche gestoppt haben. Der Stoff wird auch als wasserlöslicher Dünger verwendet, der das Wachstum von Pflanzen fördert. Der Erfolg habe dazu geführt, dass das Verfahren schon in anderen Städten und Ländern aufgegriffen wurde. Jetzt soll geprüft werden, ob sich dieses Modell auch auf Eimsbüttels Problemgewässer übertragen lässt.

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Dafür wollen Grüne und SPD Fachleute von der Helmholtz-Stiftung für Umweltforschung, der TU Berlin, der Umweltbehörde, des LSBG und des Bezirksamts an den Tisch im Ausschuss für Grün, Nachhaltigkeit und Umwelt holen. Über den Antrag soll in der Bezirksversammlung am Donnerstagabend entschieden werden.

Der Titel des Antrags macht schon klar, worum es geht: „Damit der Kaifu-Park & Park am Weiher auch im Hochsommer Wohlfühlorte bleiben“. Ob daraus am Ende tatsächlich ein Praxistest wird, ist offen. Klar ist aber: Das Thema stinkt vielen in Eimsbüttel schon lange.