Weihnachten ohne Heizung und Warmwasser: der Pannen-Block der SAGA

Meike Becker (mit „Geschenk“), Judith Ludwig (2.v.r.) und ihre Nachbarn „feiern“ am Samstag fünf Jahre Baustelle.
Meike Becker (mit „Geschenk“), Jeannine Kaessler (2.v.r.) und ihre Nachbarn haben erst im Oktober 2025 fünf Jahre Baustelle im Friedrich-Ebert-Hof in Ottensen „gefeiert“.

Für etwa 300 Ottenser Familien war der Heiligabend in diesem Jahr gar nicht still und besinnlich, sondern in erster Linie kalt: Der Friedrich-Ebert-Hof, seit fünf Jahren eine einzige Dauerbaustelle, war ausgerechnet zum 24., 25. und 26. Dezember bei Außentemperaturen von bis zu -5 Grad ohne Heizung und Warmwasser – und die verantwortliche Saga nicht zu erreichen. Die Nachbarn sind stinksauer, die Saga gibt sich zerknirscht.

„Es ist mit der Saga ein Desaster. Statt Weihnachten zu feiern, liegen die Familien frierend mit Wärmflaschen in den Betten, und zwar rund 300 Parteien“, schreibt Bewohnerin Jeannine Alexa-Kaesler der MOPO. Bis zum 27. Dezember dauerte der Ausfall, räumt die Saga ein – die in dem Zeitraum den Bewohnern zufolge nicht zu erreichen war. Tatsächlich wurde es erst am 27. Dezember wieder warm, wie Saga-Sprecher Gunnar Gläser gegenüber der MOPO erklärt: „Unser Notdienst und dazugehörige Fachfirmen haben nach Bekanntwerden unter Hochdruck an einer Lösung für die betroffenen Mieterinnen und Mietern gearbeitet. Im Ergebnis wurde im Laufe des 27. Dezember eine provisorische mobile Heizanlage aufgestellt.“

Ottensen: Saga schickt den frierenden Mietern Heizlüfter

Seit fünf Jahren wird der Friedrich-Ebert-Hof an der Behringstraße nun umfangreich saniert – die Bewohner beschweren sich über Lärm, Dreck und grelle Baustrahler, die von den frühen Morgen- bis in die späten Abendstunden in die Fenster scheinen. Auch die Heizungsanlage fiel in diesem Zeitraum immer wieder aus. Das habe man schriftlich festgehalten, so Jeannine Alexa-Kaesler. Fachleute hätten einen dringenden Erneuerungsbedarf attestiert, doch die Saga tue nichts.

Heizung fällt an Weihnachten aus

Laut Gläser wurden neben der provisorischen mobilen Heizanlage, die den Heizungsausfall kompensiert und zudem „regelmäßig von unserem Hauswart und einer Fachfirma kontrolliert“ wird, am 2. Weihnachtsfeiertag „elektrisch betriebene Heizlüfter durch SAGA-Mitarbeiter persönlich ausgegeben“. Am 27. Dezember seien dann Mitarbeiter der Geschäftsstelle Altona für Gespräche vor Ort gewesen. Die Bewohner hat das allerdings nicht überzeugt: „Die Saga hat erst einmal zwei Tage lang geklärt, dass es sich nicht um einen Notfall handelt, um dann PR-mäßig die Prokuristin und die Altonaer Leitung mit Heizlüftern (zum Verleih) in den Hof zu schicken“, schreibt die aufgebrachte Jeannine Alexa-Kaesler.

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Sie fügt hinzu: „Ist das alles Unfähigkeit? Sollen wir nach dieser in Deutschland einzigartigen 5‑jährigen Baustelle jetzt irgendwie gezielt schikaniert werden? Wir verstehen es nicht mehr. Und es ist eine Qual.“ Laut Gläser wird die mobile Heizungsanlage aktuell regelmäßig von Fachleuten überprüft und der Notdienst sei informiert. Über den Jahreswechsel solle der Wohnblock damit beheizt werden, anschließend werde die Heizung instandgesetzt. Man entschuldige sich und wolle die Mieter angemessen entschädigen. Wie, das bleibt offen.