Weidel-Rauswurf im Luxus-Hotel: AfD-Fans fluten Netz mit miesen Bewertungen

Blonde Frau an Rednerpult
Alice Weidel bei ihrem Auftritt im Hamburger Rathaus

Shitstorm gegen das Louis C. Jacob: Seit das Luxushotel an der Elbchaussee Alice Weidel abgewiesen hat, hagelt es absurde Bewertungen von ihren Anhängern („Faschistenbunker!“), ein Portal hat die Kommentarfunktion sogar ausgeschaltet. Das Hotel hatte die Frontfrau der in Teilen rechtsextremen Partei am Donnerstag weggeschickt, offiziell, weil sie ihr Zimmer unter falschem Namen gebucht hatte.

In der AfD-typischen Umkehr der Geschichte bezeichnen Weidel-Anhänger das Hotel Louis C. Jacob als „Faschistenbunker“, mit einer „grundsätzlich faschistoiden Hotelleitung wie 1933.“ Auch Weidel gefällt sich in der Opferrolle, verglich die 17.500 Gegendemonstranten, die am 16. Januar anlässlich ihres Auftritts im Hamburger Rathaus auf die Straße gegangen war, mit der SA, warnte mit getragener Stimme vor „unseren dunkelsten Zeiten“, verunglimpfte die weitgehend friedlichen Demo-Teilnehmer als „Schlägerbanden“.

In dieses Horn trötet auch der AfD-Mob bei den Hotelbewertungen: „Finger weg von diesem Hotel! Man unterstützt dort die Antifa, ergo den Faschismus.“ Auffällig: Nur auf der Plattform Holidaycheck sind die Ergüsse zu finden, weil dort jeder Bewertungen abgeben kann, auch für Hotels, in die er niemals einen Fuß gesetzt hat – weit geöffnete Tore für einen Shitstorm.

Nach Weidel-Rauswurf: AfD-Fans drehen frei im Netz

Auch auf der Plattform X drehen die Verwirrten frei, spicken ihre „Kritiken“ dabei teilweise mit offenem Antisemitismus.

Cancelte Weidels Buchung, die unter falschem Namen erfolgt war: Judith Fuchs-Eckhoff, Direktorin des Hotels Louis C. Jacob
Cancelte Weidels Buchung, die unter falschem Namen erfolgt war: Judith Fuchs-Eckhoff, Direktorin des Hotels Louis C. Jacob

Die Plattform Tripadvisor hingegen hat die Bewertungen für das Louis C. Jacob vorübergehend ausgesetzt: „Aufgrund eines aktuellen Ereignisses, das die Aufmerksamkeit der Medien erregt hat und einen Anstieg an Bewertungseinreichungen zur Folgen hatte, die keine persönlichen Erlebnisse widerspiegeln, werden wir für diesen Eintrag vorübergehend keine neuen Bewertungen veröffentlichen“, heißt es auf der Seite.

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Neben den AfD-Trollen, die sich in ihren Ein-Stern-Bewertungen als Hüter der Demokratie mit Rechtschreibschwäche aufspielen („Ein Hotel das anders denkende aussließt hat nichts mit Demokratie zu tun“), erfährt das Hotel aber inzwischen auch jede Menge Sympathie für die Weidel-Ausladung: „Bewundernswerte Haltung gegen Rechts. Absolut empfehlenswert. 6 Sterne“, heißt es etwa. Oder „Ihr habt das richtige getan. Wer gegen die Demokratie hetzt und sich hinter falschem Namen versteckt, hat nichts anderes verdient.“

Hoteldirektorin Judith Fuchs-Eckhoff hatte im „Abendblatt“ erklärt, dass es im Louis C. Jacob unüblich sei, unter falschem Namen einzuchecken: „Alle Spitzenpolitiker, Royals, Botschafter buchen die Zimmer bei uns unter ihrem richtigen Namen. Wir müssen uns darauf als Haus doch einstellen können.“