Autos stauen sich vor dem Elbtunnel.

Stau vorm Elbtunnel in Hamburg (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/Georg Wendt

Verkehrschaos in Hamburg: Streik sorgt für Staus auf Autobahnen und Hauptstraßen

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Verkehrschaos auf Hamburgs Straßen: Bis Dienstagabend wird bundesweit gestreikt. Weil auch die Autobahnmeistereien betroffen sind, kommt es auf vielen Straßen zu Staus – unter anderem am Elbtunnel. Pendler sollten mehr Zeit für ihre Fahrten einplanen.

Wegen des Streiks ist der Tunnel auf der A7 nur eingeschränkt befahrbar, pro Richtung stehen lediglich zwei von drei Fahrspuren zur Verfügung. Nach Angaben der Verkehrsleitzentrale sind sowohl der Elbtunnel selbst als auch die Ausweichstrecken stark überlastet.

„Aktuell haben wir alles, was nach Hamburg rein will – Richtung Norden und sogar auch Richtung Süden – mit deutlich erhöhtem Verkehrsaufkommen“, sagte eine Sprecherin der Verkehrsleitzentrale. Auf der A1 in Richtung Hamburg staute sich der Verkehr demnach auf rund zwölf Kilometern, ebenso vom Autobahndreieck Südwest auf der A7. Auch auf der B75 bis Wilhelmsburg ging es kaum voran. Ausweichrouten wie die Bremer Straße oder die B4 seien derzeit nur im Stop-and-go-Verkehr passierbar.

Weiterhin kleiner Stau vor dem Elbtunnel

Richtung Süden stockte der Verkehr laut Verkehrsleitzentrale ebenfalls erheblich, unter anderem von der A23 ab Halstenbek-Krupunder bis durch den Elbtunnel. Auch Bundesstraßen stadteinwärts, etwa die Kollaustraße, waren stark belastet. Unfälle oder liegengebliebene Fahrzeuge wurden zunächst nicht gemeldet.

Zum aktuellen Zeitpunkt (Stand 12.06 Uhr) ist die Situation wieder deutlich entspannter. Nur noch auf der Strecke zwischen dem Elbtunnel und Waltershof staut es sich auf drei Kilometern, so die Sprecherin der Verkehrsleitzentrale.

Die Gewerkschaft Verdi ruft zum Warnstreik auf (Symbolbild). imago/Manngold
Die Gewerkschaft Verdi ruft zum Warnstreik auf (Symbolbild).
Die Gewerkschaft Verdi ruft zum Warnstreik auf (Symbolbild).

Stau am Elbtunnel: So sieht es an anderen Stellen im Norden aus

Auf den Berufsverkehr in Nidersachsen hatte der Streik an den meisten Orten wenig Auswirkungen. Im ostfriesischen Leer staute sich allerdings auf der Umfahrungsstrecke zur Jann-Berghaus-Brücke (B 436). Die Verzögerung betrug laut Verkehrsmanagementzentrale rund 30 Minuten.

Die Klappbrücke bleibt nach Angaben der Landesbehörde zwischen 6 und 23 Uhr für Autos, Radfahrer und Fußgänger nicht passierbar. Brückenwärter sind vor Ort, um im Notfall Einsatzkräfte durchzulassen. Autos und Lastwagen können eine Umleitung über den Emstunnel der Autobahn 31 nehmen.

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Auch in der Wesermarsch müssen sich Pendler und andere Reisende auf Probleme einstellen. Dort werde der Wesertunnel für den Verkehr infolge des Warnstreiks gesperrt, sagte ein Verdi-Sprecher. Anders ist es dagegen bei der Hunteklappbrücke bei Berne. Die wichtige Brücke an der Bundesstraße 212 soll anders als beim Warnstreik im Dezember dieses Mal geöffnet bleiben.

Die Weserfähre Bremerhaven-Nordenham kündigte an, wegen der Sperrung des Wesertunnels häufiger zu fahren. In der Zeit von 5 Uhr bis 23 Uhr seien zwei Fähren im Pendelbetrieb unterwegs, teilte der Betreiber mit.„Trotzdem ist mit Wartezeiten an den Anlegern und Fahrplanabweichungen zu rechnen“, hieß es. 

Weitere Einschränkungen betreffen die Schwingeklappbrücke bei Stade (L 111) sowie den Bovenden-Tunnel (B 3) und den Butterbergtunnel (B 241) im Raum Göttingen, die jeweils ganztägig gesperrt sind. Der Straßenbetriebs- und Winterdienst bleibt laut Landesbehörde für Notfälle sichergestellt.

Bei der Autobahn GmbH plant Verdi Aktionen und Arbeitsniederlegungen an bundesweit 18 Standorten – in Norddeutschland sind Hannover, Kiel und Hamburg betroffen. 

Verdi ruft zum Warnstreik auf

Verdi hat zeitgleich zu gemeinsamen Warnstreiks in zwei großen Tarifrunden aufgerufen – bei den bundesweit rund 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH sowie bei den mehreren tausend Beschäftigten der Landesstraßenbauverwaltungen. Anlass der Warnstreiks sei der „jeweils zähe bis inakzeptable Verlauf“ der Tarifrunden zur Autobahn GmbH und zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder, teilte die Gewerkschaft mit. 

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Verdi fordert in beiden Tarifrunden sieben Prozent mehr Gehalt pro Monat, mindestens aber 300 Euro, um die unteren Lohngruppen zu stützen. Auch die Nachwuchskräfte sollten deutlich besser entlohnt werden. (dpa/esk)

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