Wegen Corona: Hamburger Radio-Moderator bekommt Wohnzimmer-Studio

Radio Hamburg-Moderator Tim Gafron hat ein eigenes Studio ins Wohnzimmer gebaut bekommen. (Archivbild)
Radio Hamburg-Moderator Tim Gafron hat ein eigenes Studio ins Wohnzimmer gebaut bekommen. (Archivbild)

Die Corona-Pandemie zwingt seit bald zwei Jahren viele Menschen ins Homeoffice. Auch die MOPO entsteht längst nicht mehr nur in den Redaktionsräumen, damit Kontakte reduziert werden und ein möglichst niedriger Krankenstand gehalten werden kann. Radio Hamburg hat einem Moderator zu diesem Zweck jetzt sogar ein Studio mitten ins Wohnzimmer gebaut.

Eigentlich geht Tim Gafron seit November 2021 aus dem „gläsernen Studio“ in der Barkhof Passage auf Sendung. Doch wegen der Omikron-Welle sendet der Radio-Hamburg-Moderator seine tägliche Nachmittagsshow jetzt vorsichtshalber nicht mehr aus dem Studio, das an die Tradition des alten „gläsernen Studios“ vom Speersort erinnert. Dort bekamen Fans mehr als 20 Jahre lang einen direkten Blick auf die Moderator:innen. Auch im Hauptstudio in der Spitalerstraße ist Gafron während der Sendung nicht anzutreffen – denn die geht aus dessen Wohnzimmer über den Äther.

Radio Hamburg: Tim Gafron sendet aus dem Wohnzimmer

Dort befindet sich mittlerweile ein mobiles Studio. Zwei Computer, zwei Bildschirme, ein Laptop, ein Tablet und ein Mischpult mitsamt Headset bilden die Ausrüstung, durch die Tim Gafron von Montag bis Freitag zu hören ist. Fast so wie aus einem normalen Sendestudio.

Um Kontakte zu vermeiden, geht Tim Gafron aus dem eigenen Wohnzimmer auf Sendung.
Um Kontakte zu vermeiden, geht Tim Gafron aus dem eigenen Wohnzimmer auf Sendung.

„Ich fühle mich etwas wie zwölf, als ich noch zu Hause in meinem Kinderzimmer Radio gespielt habe“, sagt der Radio Hamburg-Moderator selbst. Dass das jetzt aber kein Spiel, sondern tatsächlich beruflicher Ernst ist, fasziniere ihn. „Solange das WLAN mitspielt“, merkt Tim Gafron an.

Das könnte Sie auch interessieren: Nach 27 Jahren Pause: Hamburger Kult-Radio geht wieder auf Sendung

Für das mobile Studio in Tim Gafrons Wohnzimmer hat Radio Hamburg übrigens nach eigenen Angaben mehr als 25.000 Euro bezahlt. Neu anschaffen musste das Programm die Technik aber nicht: Zuvor kam die Ausrüstung unter anderem schon zu Promotionszwecken zum Einsatz.

Über 20 Jahre lang sendete Radio Hamburg aus dem „gläsernen Studio“ am Speersort – hier zu sehen: Morgen-Legende John Ment. (Archivbild)
Über 20 Jahre lang sendete Radio Hamburg aus dem „gläsernen Studio“ am Speersort – hier zu sehen: Morgen-Legende John Ment. (Archivbild)

Ein Wohnzimmer-Studio ist allerdings auch bei Hamburgs größtem Privatradio die Ausnahme. Nur André Kuhnert, Regisseur der Morningshow, verfüge noch über ein zuhause eingerichtetes Studio. Ansonsten setzt das Programm auf eine Aufteilung zwischen dem Hauptstudio im Funkhaus und dem „gläsernen Studio“ in der Barkhof Passage, um die Kontakte untereinander auf ein Minimum zu reduzieren.

Radio Hamburg: mobiles Studio kostet 25.000 Euro

Am Morgen betreibt Radio Hamburg sogar zwei Studios gleichzeitig. John Ment und Co-Moderator Christian „Stübi“ Stübinger senden ab 5 Uhr aus dem Hauptstudio. Ihre Kollegin Luca Büttner, die „sonnigste Stimme der Stadt“, meldet sich live aus einem Nebenstudio.