Wasser-Start-Up geht K.o.: Die Gründe für die Insolvenz der Überflieger
Wie macht man Mineralwasser zum Kultgetränk? Zwei Hamburger füllten Vulkanwasser aus der Eifel in Dosen, druckten einen bissigen Fisch als Logo und einen knallharten Produktnamen darauf – und kamen mit „Bloody Water“ nicht zuletzt bei Metal-Fans und Gamern gut an. Doch nun ist die Firma pleite.
Dabei habe sich das Wasser in Dosen gut verkauft, wie Firmengründer Matthias Riedel im MOPO-Gespräch sagt. „Wir waren erfolgreich“, sagt der 55-Jährige, der bis vor drei Jahren ein Fachgeschäft für Olivenöl in der Europa-Passage hatte. „Wir hatten ein Massenprodukt, waren bei Edeka und Selgros gelistet.“ Bald sollte auch der Discounter Netto die Halbliter-Dosen ins Sortiment nehmen.
Metal-Comedian Bülent Ceylan war Markenbotschafter. Auf Festivals war „Bloody Water“ präsent. Eine Werbe-Kooperation mit einem kommenden Kinofilm von Sony Pictures war eingetütet. Und mit der Abfüllung in die umstrittenen Alu-Dosen setzte das Unternehmen auf einen gerade bei jungen Leuten angesagten Trend. Trotzdem kommt jetzt das Aus für die Firma, die Riedel 2023 mit seinem Jugendfreund Roman Gilz gegründet hat. Zuerst hatte das „Abendblatt“ darüber berichtet.
Aus für „Bloody Water“: Aufträge, aber keine Finanzierung
„Wir hatten Aufträge, aber keine Finanzierung“, nennt Riedel als Grund für die Geschäftsaufgabe. Um in der Lebensmittelbranche ein Produkt auf den Markt zu bringen, müsse man erstmal große Summen vorschießen. „Der Handel zahlt für die Lieferung meist erst nach sechs Monaten“, so Riedel.
Die Gewinnmarge sei nicht das Problem, sondern die lange Zeit, bis endlich Geld zurückkommt. Das sei nur mit Geldgebern zu stemmen. Ende 2024 hätte das geklappt, 2025 ging das Wasser dann in die Produktion – mit 500.000 Dosen von jeder der vier Sorten, darunter auch zwei mit Fruchtgeschmack.
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„Um unsere neuen Aufträge erfüllen zu können, hätten wir eine Million Euro gebraucht“, so Riedel. Die Summe sei aber trotz zahlreicher Gespräche mit möglichen Investoren nicht zusammengekommen.
Daher haben die Gründer nun einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Angestellte sind davon nicht betroffen: „Bloody Water“ war eine Zwei-Mann-Firma, die mit externen Partnern für Abfüllung und Vertrieb zusammengearbeitet hat.