Ein Paar sitzen vor einem gedeckten Esstisch.

Ein Paar beim Essen im Restaurant (Symbolbild). Foto: IMAGO/Blue Jean Images

Er wacht über drei Hamburger Restaurants: Was verdient man da eigentlich?

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Über Geld spricht man nicht? Oh doch! Wir machen jede Woche mit Menschen aus Hamburg den Kassensturz. Heute geht’s um den Verdienst eines Bereichsleiters für drei Restaurants in Hamburg. Er verrät, was er verdient.

Seit ich 17 bin, arbeite ich in der Gastronomie. Damals noch während der Schulzeit, um mir etwas dazu zuverdienen. Mir hat die Branche gefallen. Während meines Dualstudiums im Marketingmanagement, bin ich als Praxispartner in einem Restaurant eingestiegen und habe mich mit mittlerweile 26 Jahren bis zur Bereichsleitung hochgearbeitet.

Kein Tag gleicht dem anderen

In meiner Funktion gleicht kein Tag dem anderen. Zu meinen Aufgaben gehören unter anderem die monatliche Lohnabrechnung, Kontrolle der Personal- und Warenkosten, Betreuung der Kassensysteme, Verwaltung der Website und Rezensionen, Catering und Events, Werbemaßnahmen, Kommunikation mit den Angestellten und vieles mehr. Wahrscheinlich ist es einfacher aufzuzählen, was ich nicht mache.

Der Job ist vor allem im Sommer sehr fordernd, mental und körperlich – aber das brauche ich auch. Bei über 50 Mitarbeitenden, für die ich die Verantwortung trage, gehört ebenfalls eine gute Portion Menschenkenntnis und Empathie dazu.

Vorgesetzter, Koch und Hausmeister zugleich

Ich arbeite in einem Unternehmen mit drei Standorten in Hamburg. Ich bin der erste Ansprechpartner – egal ob es um eine Catering-Anfrage für ein Festival, eine defekte Lüftungsanlage, oder eine kurzfristige Krankmeldung geht. So kommt es auch vor, dass ich selbst den Kochlöffel schwinge, das Tablett trage oder an meinem freien Tag Cola besorgen muss, wenn sie plötzlich leer ist. Glücklicherweise kann ich meine Arbeitszeiten sonst fast komplett selbst einteilen. Die einzige Arbeitsanweisung lautet „Hauptsache alles läuft“.

Aber das bereitet mir am meisten Spaß – jeden Tag kommen neue Situationen und Komplikationen auf mich zu, die es zu bewältigen gilt. Langweilig wird es nie.

Eine Situation, die mir bei der Arbeit ebenso im Kopf geblieben ist, ist folgende: Zu einer Praxiseröffnung in bester Lage in der Innenstadt hatten wir eine Cateringanfrage für 200 Personen angenommen. Da der Kunde uns eine falsche Zeit nannte und die Lieferung zu einem späteren Zeitpunkt benötigte, verteilten wir die bereits zubereiteten Speisen an bedürftige Menschen in Hamburg – die glücklichen Gesichter werde ich nie vergessen.

„Im Sommer verdiene ich manchmal fast das doppelte“

Mittlerweile liegt mein Grundgehalt bei 4500 Euro brutto monatlich. Hinzu kommen ein Firmenwagen mit Tankkarte sowie umsatzabhängige Bonuszahlungen und Provisionen, etwa für Events und Catering. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich ein Bruttojahresgehalt von rund 69.000 Euro. In besonders umsatzstarken Monaten, vor allem im Sommer, liegt mein Bruttoeinkommen inklusive Boni zeitweise bei bis zu 7500 Euro monatlich.

Damit kann ich gut leben. Wobei „gut leben“ für jeden Menschen etwas anderes bedeutet. Für mich jedenfalls heißt es, dass ich jeden Tag drei Mahlzeiten auf dem Tisch habe, meine Freundin zum Essen einladen, mit ihr Urlaub machen und meinem Hobby, dem Motorradfahren nachgehen kann – ein bisschen Geld, um es auf die Seite zu legen, bleibt meistens auch übrig.

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