Was ist dran an der Frühjahrsmüdigkeit? Ein UKE-Arzt erklärt’s
Die Tage werden wieder länger, die Temperaturen steigen, alles grünt und blüht. Doch statt energetisch fühlen sich viele Menschen im Frühling müde und antriebslos. Alljährlich wird in dieser Zeit der Begriff „Frühjahrsmüdigkeit“ in den Mund genommen, um die Erschöpfung zu erklären – dabei gibt es das Phänomen gar nicht. Ein Experte erklärt, was wirklich dahintersteckt.
Etwa die Hälfte aller Menschen würde im Frühjahr von Müdigkeit und einem Leistungstief berichten, wie Dr. Arne Böttcher erklärt. Böttcher ist Oberarzt in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Er weiß: „Der Begriff Frühjahrsmüdigkeit ist keine medizinische Diagnose.“ Stattdessen würde es sich dabei um ein gesellschaftliches Narrativ handeln.
Diese Rolle spielen Licht und Temperatur
Dennoch kann es sein, dass der Körper empfindlich auf den Wechsel von Winter zu Frühjahr reagiert. Dabei spielt Licht eine entscheidende Rolle, wie Böttcher erklärt. „Mit dem Frühling nehmen die Tageslichtstunden zu. Mehr Licht wirkt sich auf unseren Schlaf-Wach-Rhythmus aus und kann dazu führen, dass sich Menschen tagsüber etwas wacher fühlen“, so Böttcher. Außerdem könnten Temperaturschwankungen den Kreislauf beeinflussen und zu einer zeitweisen Erschöpfung beitragen.

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Auch unsere „innere Uhr“ würde unter anderem auf Licht reagieren, so Böttcher. „Dem Blauanteil kommt dabei eine besondere Rolle zu, da er die Melatonin-Produktion unterdrückt, was wiederum wachhält. Wenn die Tage im Frühling kontinuierlich länger werden, passt sich unser Körper im Normalfall gut daran an.“ Schwieriger hingegen sei für den Körper eine plötzliche Veränderung wie die Zeitumstellung.
Tipps für erholsameren Schlaf
Wer sich nach erholsameren Schlaf sehnt, sollte laut Böttcher die sogenannte Schlafhygiene befolgen. „Ein kühles Schlafzimmer, regelmäßige und gleiche Zubettgehzeiten, keine digitalen Endgeräte im Bett und, wenn es unbedingt sein muss, nur mit aktiviertem Nachtfilter, kein Alkohol oder Nikotin, keine schweren Mahlzeiten vor dem Schlafengehen und Verzicht auf Koffein nach 15 Uhr“, so die Tipps des Arztes. Regelmäßige und ausreichende Bewegung – vorzugsweise bei Tageslicht – sei ebenfalls hilfreich. (mp)
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