Warum viele Brunnen in Altona seit Jahren trocken liegen

Aus dem Wandbrunnen an der historischen Köhlbrandtreppe sprudelt schon lange kein Wasser mehr.
Aus dem Wandbrunnen an der historischen Köhlbrandtreppe sprudelt schon lange kein Wasser mehr.

Im einst so brunnenreichen Bezirk Altona sprudelt schon lange nichts mehr. Viele der historischen Brunnen liegen bereits seit Jahren trocken – ab und an sammelt sich dort höchstens das abgestandene Regenwasser. Doch jetzt gibt es teilweise gute Nachrichten: Einer der Brunnen soll schon bald wieder im Wasser stehen – während andere aus ganz bestimmten Gründen auch in Zukunft weiterhin auf dem Trockenen bleiben werden.

Auf dem Betonsockel in der Mitte steht eine junge Frauengestalt, eine Okeanide. Dabei handelt es sich um eine Figur aus der griechischen Mythologie: Sie ist die Tochter der Meeresgöttin Tethys und des Okeanos, dem Ursprung aller Flüsse und Meere. In der rechten Hand hält die Brunnenfigur ein Schiffmodell, an ihren Füßen befinden sich Fische, die Wasser speien könnten.

Behn-Brunnen Altona: Hier soll bald wieder Wasser fließen

Allerdings sprudelt der Behn-Brunnen an der Königstraße/Behnstraße bereits seit dem Jahr 2021 nicht mehr. Der Grund: Instandsetzungsarbeiten. Die sind jetzt endlich abgeschlossen, wie eine Antwort des Bezirksamtes auf die Anfrage des Altonaer SPD-Politikers Dennis Mielke zeigt. Demnach wurden das Mauerwerk sowie die Abdichtung des Brunnes, der im Jahr 1895 zu Ehren des ehemaligen Altonaner Bürgermeisters Caspar Behn errichtet wurde, komplett erneuert.

Der Behn-Brunnen in der Altonaer Altstadt ist bereits seit mehreren Jahren trockengelegt.
Der Behn-Brunnen in der Altonaer Altstadt ist bereits seit mehreren Jahren trockengelegt.

Die Reparaturkosten betrugen 17.550 Euro und wurden mithilfe der Umweltbehörde finanziert. Noch in diesem Monat, so das Bezirksamt, soll das Wasser im Behn-Brunnen wieder fließen. Die jährlichen Unterhaltskosten liegen demnach bei 378 Euro.

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„Viele Anwohnerinnen und Anwohner wünschen sich, dass ihre Brunnen endlich wieder Wasser führen und zur Lebensqualität und Ansehnlichkeit ihrer Quartiere beitragen“, sagt Mielke. „Die überschaubaren Betriebskosten sollten es uns wert sein, unsere Altonaer Brunnendenkmäler wieder zum Leben zu erwecken.“

Minerva-Brunnen am Fischmarkt wurde saniert – bleibt aber trocken

Denn viele andere Brunnen des Bezirks befinden sich weiterhin im Dornröschenschlaf, darunter der historische Minvera-Brunnen am Fischmarkt: Dabei handelt es sich um ein barockes Kunstwerk aus Sandstein mit der Statue der römischen Göttin in der Mitte. Erbaut wurde er im Jahr 1742 und wanderte in seiner fast dreihundertjährigen Geschichte durch viele Orte in Altona, bevor er 1988 schließlich zum Fischmarkt zurückkehrte. Wasser fließt dort seit 2008 nicht mehr.

Der Minerva-Brunnen am Fischmarkt ist schon seit 2008 ohne Wasser.
Der Minerva-Brunnen am Fischmarkt ist schon seit 2008 ohne Wasser.

Zudem verfiel der Brunnen zusehens, sodass er im vergangenen Jahr vom Bezirk immerhin für circa 81.800 Euro instandgesetzt wurde. Wasser wird dort auf absehbare Zeit aber trotzdem nicht fließen. Die (trockene) Begründung des Bezirks: nicht gedeckte Betriebskosten. Außerdem müsste vorher noch die Brunnentechnik erneuert werden.

Das gleiche Schicksal trifft den Wandbrunnen der Köhlbrandtreppe an der Carsten-Rehder-Straße/Ecke Große Elbstraße. Die 1887 eingeweihte Treppe wurde von Hafenarbeitern auf den Weg zur Arbeit genutzt.

Am Brunnen an der Köhlbrandtreppe soll auch künftig kein Wasser sprudeln.
Am Brunnen an der Köhlbrandtreppe soll auch künftig kein Wasser sprudeln.

Während die Treppe in den Jahren 2019 und 2020 jedoch für circa eine Million Euro aufwändig saniert wurde, bleibt der Brunnen in Zukunft trocken. Auch hier nennt der Bezirk unter anderem die Betriebskosten als Grund. SPD-Politiker Mielke kann das angesichts der jährlich 378 Euro Unterhaltskosten für den Behn-Brunnen allerdings nicht nachvollziehen.