Warum in der Schanze plötzlich Roboter Bier und Kaffee servieren

Roboter statt Kellner in der Schanze
Roboter Bella serviert in der Schanze Drinks. MOPO-Reporterin Samira Debbeler lässt sich bedienen.

Ich versacke in einem antiken Biedermeier-Sofa. Die geschwungenen Armlehnen sind aus Holz. Vor mir steht ein langer, massiver Tisch mit heller Marmorplatte. Die alten Stehlampen spenden warmes Licht. Was wie das Wohnzimmer meiner Oma aussieht, ist die „Zoë – Sofabar“ in der Sternschanze. Doch bei allem altmodischen Charme – etwas fällt aus dem Rahmen: Ein weißer Roboter rollt an mir vorbei und erinnert eher an Star Wars als an Teetrinken bei Oma.

Der Bildschirm am „Kopf“ des Roboters zeigt den Akkustand an. Der Körper besteht aus vier Tabletts, auf denen Getränke zu den Gästen auf den Sofas getragen werden. Bewegen kann sich der Roboter mithilfe von Rollen. Vor der Nutzung wurde die Lage von Tischen und Wegen einprogrammiert. „Das war alles ganz einfach“, sagt Andrea Albrecht, die neben Inhaber Thomas Haack Betreiberin der „Zoë – Sofabar“ in der Sternschanze ist.

Hamburg: Roboter soll Personal nicht ersetzen

Die Bestellungen werden weiterhin von menschlichen Kellnern aufgenommen. „Einen schwarzen Kaffee, bitte“, sage ich zur Bedienung. Im Hintergrund bringt der Roboter Getränke an die Tische. Die Blicke der Gäste verfolgen den rollenden Kellner. Die Leute lächeln und sagen: „Das ist ja witzig“. Dabei wurde die Idee für den Einsatz des Roboters aus einer eher unerfreulichen Situation geboren.

„Personalmangel = kreative Lösung“, heißt es unter einem Foto auf der Instagram-Seite der Bar. Darauf zu sehen: der etwa anderthalb Meter hohe Roboter in der Sofabar. „Vor allem seit dem zweiten Lockdown haben wir extremen Personalmangel. Der Roboter soll das Personal unterstützen aber letztendlich nicht ersetzen“, sagt Betreiberin Andrea Albrecht (48) zur MOPO.

„Wir hörten von einem Restaurant, das den Roboter nutzt. Also sind wir hingefahren und haben uns das mal angeschaut“, sagt Albrecht. „Wir waren total begeistert und haben uns dann entschieden, auch in den Roboter zu investieren. Die Kosten lagen bei rund 18.000 Euro. Ja, das ist viel. Ich weiß“.

Andrea Albrecht, Betreiberin der „Zoë - Sofaba“ in der Sternschanze
Andrea Albrecht, Betreiberin der „Zoë – Sofabar“ in der Sternschanze

„Bars leben von den persönlichen Gesprächen mit den Gästen“

Langfristig möchten die Betreiber jedoch weiterhin auf menschliches Personal setzen. „Der Roboter soll nun zwar dauerhaft im Einsatz sein, es ist aber so wichtig, dass wir wieder Angestellte gewinnen. Bars leben von persönlichen Gesprächen, die die Kellnerinnen und Kellner mit den Gästen führen. Das bleibt gerade leider aus“, so Albrecht.

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In Hamburg ist die „Sofabar“ nicht der erste Laden, der auf technische Unterstützung setzt. Unter anderen nutzt der Brillenhändler „Edel-Optics“ am Jungfernstieg kleine Roboter, um Ware aus dem Lager zu holen. Auch dort soll der Roboter lediglich das Personal unterstützen, aber nicht ersetzen, wie die MOPO vor rund einem Jahr berichtete.

Ich versacke in einem antiken Biedermeier-Sofa. Die geschwungenen Armlehnen sind aus Holz. Vor mir steht ein langer, massiver Tisch mit heller Marmorplatte. Die alten Stehlampen spenden warmes Licht. Was wie das Wohnzimmer meiner Oma aussieht, ist die „Zoë – Sofabar“ in der Sternschanze. Doch bei allem altmodischen Charme – etwas fällt aus dem Rahmen: Ein weißer Roboter rollt an mir vorbei und erinnert eher an Star Wars als an Teetrinken bei Oma.