Warum ein Pavillon am Bahnhof seit Jahren leer steht – und was Lidl damit zu tun hat
Ortsansässigen noch als McDonald’s‑Filiale bekannt, steht der Pavillon an der Unterführung zum Bahnhof Altona seit knapp vier Jahren leer. Und das, obwohl Discounter-Riese Lidl das Gebäude schon Mitte 2023 angemietet hatte. Warum tut sich nichts beim Tauziehen zwischen Bezirk und Discounter?
Tausende Pendler laufen jeden Tag an dem leerstehenden Gebäude am Bahnhof Altona vorbei. Früher einmal befand sich dort eine McDonalds-Filiale, aber die ist schon vor vier Jahren ausgezogen. Seitdem: Leerstand. Eigentlich wollte Lidl mit Aufenthalträumen für die Mitarbeiter, einem Lager und einer weiteren Pfandannahmestelle einziehen. Die Bezirkspolitik erteilte diesen Plänen 2024 aber eine harte Absage: „Der vorgelegte Plan von Lidl entsprach weder den städtebaulichen Leitlinien noch den sozialen Erfordernissen des Bezirks“, so die Begründung.
Lidl-Pavillon: Fronten sind verhärtet
Zwei Jahre später hat sich an der Situation vor Ort nicht viel verändert. Die unteren Fenster wurden mittlerweile mit Lidl-Postern zugeklebt, das Innere bleibt verlassen. Auch die Gewerbetreibenden neben dem Pavillon sind ratlos.
Hinter den Kulissen sind die Fronten verhärtet: Mithat Capar von der Altonaer SPD steht dem Lidl-Vorschlag nach wie vor „kritisch“ gegenüber und hält einen Abriss immer noch für die beste Vorgehensweise. Dadurch würde sich auch die Sichtachse in den Bahnhof verbessern und so „soziale Kontrolle“ in der als Brennpunkt bekannten Ecke ausgeübt werden können, sagt er.
Auch energetisch sei der Pavillon die reinste Katastrophe, so der Abgeordnete. Man hofft, dieses Problem gemeinsam mit dem restlichen Bahnhof in den nächsten Jahren zu verbessern. Daher könne sich das „Nein“ der Politik bei einem veränderten Vorschlag durchaus aufweichen.
Lidl hält an altem Konzept fest
Auf die Nachfrage der MOPO, wie Lidl sein Konzept denn anpassen würde, wiederholt das Unternehmen nur den abgelehnten Vorschlag von 2024: Es solle weiterhin an der viel kritisierten Pfandannahme festgehalten werden und „moderne Sozial- und Aufenthaltsräume“ für die Mitarbeitenden geschaffen werden, so eine Mitarbeiterin der Pressestelle. Man stehe diesbezüglich in konstruktivem Austausch mit den Beteiligten.
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Eine kleine Verbesserung gibt es dann aber doch: Bei einem Besuch vor Ort wirkt der Lidl-Pavillon zwar eindeutig kalt und verlassen, aber vermüllt ist er nicht mehr. Das hatte im letzten Jahr noch zu einigen Reibereien geführt.