Wann sinken jetzt die Spritpreise? Das „Rakete-Feder-Prinzip“
Die Ölpreise fallen – und damit auch der Sprit? Nach der jüngsten Entspannung im Krieg zwischen den USA und dem Iran hoffen viele Hamburger Autofahrer, dass Benzin und Diesel günstiger werden. Doch kommt die Entwicklung wirklich an den Zapfsäulen an? Die MOPO hat beim ADAC nachgefragt.
Die Märkte atmen durch. Kurz vor Ablauf seines Ultimatums hat US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe verkündet: USA und Iran einigten sich auf eine zweiwöchige Feuerpause und die teilweise Öffnung der Straße von Hormus – einer der weltweit wichtigsten Öl-Routen. Die Folge: Die Ölpreise sind sofort deutlich gefallen. Zwar liegen sie noch immer deutlich höher als vor dem Iran-Krieg, bleiben aber klar unter der Marke von 100 Dollar.
ADAC: Das „Rakete-Feder-Prinzip”
Die Hoffnung auf sinkende Spritpreise in Hamburg bekommt dennoch einen Dämpfer. Denn an den Zapfsäulen kommt die Entspannung nach Einschätzung des ADAC Hanse nicht sofort an.
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„Durch die Ankündigung, dass es zu einer zweiwöchigen Waffenruhe kommt, sind die Ölpreise gerade wirklich runtergegangen“, sagt Sprecher Menno Gebhardt im Gespräch mit der MOPO. Für Autofahrer heißt das allerdings noch nicht, dass Benzin und Diesel umgehend billiger werden. In Hamburg sind die Preise am Mittwochmittag im Schnitt nur minimal günstiger als am Tag zuvor und befinden sich immer noch auf sehr hohem Niveau. „Hier gilt das Rakete-Feder-Prinzip: Steigen die Ölpreise, sehen wir das sehr schnell an den Zapfsäulen. Fallen die Ölpreise, dauert es, bis das ankommt“, so Gebhardt. Dieses Muster sei immer wieder zu beobachten.
Das Rakete-Feder-Prinzip besagt, dass Spritpreise bei steigenden Ölpreisen schnell nach oben schießen (wie eine Rakete), bei fallenden Ölpreisen aber nur langsam sinken (wie eine Feder, die sich langsam entspannt).
Hamburg: Wann werden Autofahrer entlastet?
Mit einer raschen Entlastung für Hamburger Autofahrer rechnet er deshalb nicht. Zwar gehe er nicht davon aus, dass die Preise weiter steigen – wirklich merklich sinken würden sie aber auch nicht sofort. Wann die Entlastung kommt? „Das können wir noch überhaupt nicht abschätzen“, so Gebhardt.
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Scharfe Kritik äußert der ADAC-Experte an den Mineralölkonzernen. „Die Mineralölkonzerne argumentieren damit, dass sie auf den Wiederbeschaffungswert achten müssen – also einpreisen müssen, zu welchem Preis sie ihr Öl wieder einkaufen können“, sagt Gebhardt.
Wenn die Ölpreise sinken, komme dann regelmäßig das Gegenargument, dass noch teurer eingekaufter Diesel in den Tanks sei. Für Gebhardt ist klar: „Das ist einfach Abzocke.“ Deshalb fordert er ein schärferes Eingreifen des Staates. „Hier muss das Bundeskartellamt deutlich genauer hinschauen. Es hat jetzt bessere Befugnisse bekommen, dann muss es sie auch nutzen.“
Tankstellen: Verstöße gegen 12-Uhr-Regel
Das Bundeskartellamt verfolgt unterdessen auch Verstöße gegen die 12-Uhr-Regel, wie ein Sprecher der MOPO bestätigte. „Die Einhaltung der 12-Uhr-Regel wird seit Inkrafttreten automatisiert und lückenlos anhand der Echtzeitdaten der Markttransparenzstelle überwacht”, sagt er. Verstöße würden systematisch erfasst und an die zuständigen Landesbehörden zur Ahndung weitergeleitet. „In den ersten Tagen gab es noch Verstöße, die aber eher von ersten Anpassungsschwierigkeiten technischer Art zeugen und inzwischen rückläufig sind. Die meisten Verstöße sind Uhrzeitverstöße und viele davon auch sehr knappe.“ Laut der zuständigen Wirtschaftsbehörde wurden in Hamburg bislang keine Verstöße gemeldet.