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Vorzeigeprojekt Gesundheitskiosk: Warum der erste schon wieder dicht macht

Der neue Gesundheitskiosk in Bramfeld
Der Gesundheitskiosk im Einkaufszentrum Marktplatz Galerie in Bramfeld.

Sie galten als Erfolgskonzept und sollten zum bundesweiten Vorbild werden: Hamburgs Gesundheitskioske. Deren fachkundige Berater erleichtern besonders Menschen in sozial schwachen Stadtteilen den Zugang zur Gesundheitsversorgung und helfen bei der Entlastung voller Notaufnahmen. Nun muss der erste Kiosk wieder schließen.

Gerade mal anderthalb Jahre ist es her, dass nach Billstedt, Horn, Steilshoop und Mümmelmannsberg auch Bramfeld einen Gesundheitskiosk bekam. Zahlreiche prominente Ärztevertreter wiesen auf die Bedeutung der neuen Einrichtung im Einkaufszentrum „Marktplatz Galerie“ (Bramfelder Chaussee 230) hin.

Gesundheitskiosk in Bramfeld: Mobil Krankenkasse und AOK stellen Finanzierung ein

Doch von Anfang an gab es Probleme. Denn nur die AOK und die Mobil Krankenkasse (MKK) unterstützten das Modellprojekt. Alle anderen Kassen waren schon zuvor ausgestiegen.

„Gerade in Bramfeld sind sehr viele Menschen bei der Techniker versichert“, sagt Gesundheitskiosk-Geschäftsführer Alexander Fischer. Von zehn Menschen, die zur Beratung hereinkämen, seien in Bramfeld acht bei anderen Kassen versichert. Folge: Sie können hier nicht bedient werden.

Cagla Kurtcu (33) misst Blutdruck
Beraterin Cagla Kurtcu (33) misst den Blutdruck einer Kundin.

Die MKK hat daher beschlossen, aus dem Projekt auszuscheren, und zieht sich zu Ende September zurück. Für die AOK ist das Angebot alleine nicht finanzierbar. Und so wird die Einrichtung zum Ende des Jahres komplett geschlossen. Fünf Mitarbeitern ist bereits gekündigt worden.

Entlastung der Notaufnahmen: Gesundheitskioske helfen, dem System hohe Kosten zu ersparen

Alexander Fischer tut das in der Seele weh. „Ich bin von diesem Versorgungskonzept fest überzeugt“, sagt er. In den nächsten Jahren würden bundesweit 35.000 Ärzte in Rente gehen. Die Kioske würden helfen, eine wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten und durch Prävention Zivilisationskrankheiten, die in sozial schwachen Stadtteilen stärker ausgeprägt sind als woanders, zu reduzieren.

„Wir sorgen dafür, dass dem Gesundheitssystem hohe Kosten erspart werden“, betont Fischer. Ein Beispiel seien die Beratungen, die verhindern, dass die Leute die ohnehin schon überlasteten Notaufnahmen in den Krankenhäusern frequentieren. Pro Monat kamen zwischen 250 und 500 Menschen in den Gesundheitskiosk Bramfeld.

Geholfen hätte es, wenn die Stadt Hamburg sich an den Kosten in Bramfeld beteiligt hätte. Stattdessen hatte die Stadt nicht einmal einen Vertreter zu der gut besuchten Eröffnungsfeier in Bramfeld vor anderthalb Jahren geschickt.

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Alexander Fischer ist dennoch zuversichtlich. Gemeinsam mit der Stadt werde derzeit an einem alternativen Konzept gearbeitet, an verschiedenen Standorten in Hamburg Anlaufstellen zur Beratung und medizinischen Versorgung der Bewohner zu schaffen. Noch sei die Sache nicht spruchreif, eine Realisierung aber zeitnah geplant.

„Der Bedarf ist da. Und der Bedarf wird in den kommenden Jahren noch weiter steigen“, so Fischer.

Sie galten als Erfolgskonzept und sollten zum bundesweiten Vorbild werden: Hamburgs Gesundheitskioske. Deren fachkundige Berater erleichtern besonders Menschen in sozial schwachen Stadtteilen den Zugang zur Gesundheitsversorgung und helfen bei der Entlastung voller Notaufnahmen. Nun muss der erste Kiosk wieder schließen.