Vorsicht, Reisebetrüger! Auch MOPO-Leser sind in Gefahr

Ferienhäuser an der Nordseeküste (Symbolbild).
Ferienhäuser an der Nordseeküste (Symbolbild).

Wir leben in digitalen Zeiten, und inzwischen ist es für viele Hamburger ganz normal ins Internet zu gehen, wenn der Urlaub bevorsteht und sie eine Ferienwohnung suchen. Aber Vorsicht! Die Gefahr, dabei an Betrüger zu geraten, ist groß. Nun gibt es einen besonders dreisten Fall – und vor allem MOPO-Leser sind gut beraten, jetzt weiterzulesen.

Verbraucherschützer warnen vor der Masche schon lange: Selbst auf bekannten Online-Portalen wie Airbnb, Kleinanzeigen oder FeWo-Direkt sind immer wieder Anzeigen fingierter Ferienhäuser und -wohnungen zu finden. Urlauber freuen sich auf entspannte Wochen – und sind total schockiert, wenn sie an der angegebenen Adresse vor leeren Grundstücken stehen oder vor einer Unterkunft, die längst an jemand anderen vermietet ist.

Fake-Angebote mit geklauten Fotos zu sensationellen Preisen

Betrüger nutzen auch derzeit wieder die große Nachfrage nach günstigen Reiseangeboten aus – und zocken mutmaßlich Unsummen ab, indem sie Anzeigen oder sogar ganze Internetseiten fälschen. Dabei verwenden sie für ihre Fake-Angebote geklaute Fotos und bieten Ferienwohnungen zu sensationellen Preisen an – natürlich gegen Vorkasse. Dabei gilt der alte Grundsatz: Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist auch nicht wahr.

Ferien-Direkt.com
Einige der Angebote auf der Homepage www.ferien-direkt.com

Im einem aktuellen Fall ist auch die MOPO Opfer solch eines mutmaßlichen Betrügers geworden. Eine Firma, die sich Ferien-Direkt.com nennt und ihren Sitz angeblich an der Palmaille in Altona hat, buchte ganzseitige Anzeigen, um so die eigene Homepage zu bewerben, auf der Ferienwohnungen und -häuser angeboten werden. Und so stellt sich die Firma im Internet selbst vor: „Bei Ferien-Direkt.com entdecken Sie eine neue Dimension von unvergesslichen Ferienunterkünften weltweit. Unser Fokus liegt auf vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Eigentümern, um Ihnen höchste Qualität und herausragenden Service zu bieten.“ Unser Verdacht: Alles Fake. Wer bereits gebucht hat, ist gut beraten, Anzeige zu erstatten.

In der MOPO schalteten die Betrüger dreimal ganzseitige Anzeigen

In der gedruckten MOPO ist die Annonce dreimal erschienen, am 29. Juni, am 1. Juli und am 4. Juli. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, haben andere deutsche Tageszeitungen dieselbe Anzeige ebenfalls abgedruckt. Als der MOPO klar wurde, dass mit diesen Annoncen etwas nicht stimmt, gingen Reporter dem Fall nach. Das Ergebnis: Um eine seriöse Firma kann es sich kaum handeln.

Ferien-Direkt.com
Erschienen in der gedruckten MOPO. Diese ganzseitige Anzeige schaltete die dubiose Firma.

Wichtigstes Indiz: die Firmenadresse ist falsch. In dem Gebäude an der Palmaille in Altona hat eine angesehene Hamburger Reederei ihren Sitz: die „Deutsche Afrika-Linien“ (DAL). Niemand sonst. Der DAL-Geschäftsführer berichtet, dass in seinem Unternehmen in den vergangenen Tagen etliche Briefe eingegangen seien, die an „Ferien-Direkt.com“ gerichtet waren. Darunter auch die Anzeigenrechnung der MOPO. Dadurch flog alles auf.

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Es gibt noch mehr Ungereimtheiten: Auf E-Mails antwortet die Firma nicht mehr. Wir rufen die Mobilnummer an, die im Impressum genannt ist, werden auf eine Mailbox weitergeleitet. Aber niemand ruft zurück. Unsere Reporter ermitteln: Die Nummer gehört zu einer Prepaid-Karte, die auf einen Samir Ö. registriert ist, wohnhaft Humboldtstraße 35 (Barmbek-Süd). Aber in diesem Gebäude gibt es keine Wohnungen, sondern nur eine Sanitärfirma. Und dort ist kein Mann dieses Namens bekannt.

Die Spur führt in die Humboldtstraße und in die Niederlande

Ferien-Direkt.com
So sieht die Homepage der mysteriösen Firma aus. Sie ist durchaus professionell gemacht – umso wahrscheinlicher, dass Verbraucher darauf hereinfallen.

Die letzte Spur: die Homepage. Der Server steht in den Niederlanden, die Seite wurde erst am 16. Juni erstellt, also vor drei Wochen. Als Geschäftsführerin der Firma Ferien-Direkt.com ist auf der Internetseite eine Frau angegeben, die sich Vanessa C. nennt, aber anderer Stelle Canessa C. genannt wird und angeblich in Hamburg ansässig ist. Sie ausfindig zu machen, ist nicht gelungen.

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Die Homepage der Firma sieht äußerst professionell gemacht aus – umso größer die Sorge, dass Leser über dieses Portal Ferienwohnungen gebucht und bereits Geld bezahlt haben könnten. Sind Sie, lieber Leser, betroffen? Dann melden Sie sich bitte bei der MOPO. Unser Verlag hat inzwischen Strafanzeige wegen Betrugsverdachts erstattet.