Von Blackout bis Krieg: Plattform bündelt alle staatlichen Informationen
Was, wenn es zu einem großflächigen Sabotageakt kommt? Oder die NATO angegriffen wird? Informationen von offiziellen Stellen sind auf zahlreiche Quellen verteilt – und für die breite Bevölkerung in einem Krisenfall nahezu unauffindbar. Eine private Initiative bündelt die vielen staatlichen Informationen zum Verhalten im Krisen-, Spannungs- oder Kriegsfall nun an einem Ort: www.deutschland-macht-Alarm.de. Ins Leben gerufen wurde die Seite von zwei Unternehmern, die MOPO ist Medienpartner.
Idealerweise wissen alle Menschen in Deutschland, was in einem Krisenfall zu tun ist. Tatsächlich haben die meisten keine Ahnung, wo sie die nötigen Informationen herbekommen, wenn es zu einem ernsthaften Zwischenfall kommt. Christian Gummig aus Hamburg ist Jurist, Kommunikationsberater – und Reservist der Bundeswehr. Er hat die zivile Initiative „Deutschland macht Alarm“ mitgegründet: „Als Reservist habe ich in den letzten Jahren bei der Bundeswehr, aber auch in zivilen Ministerien und Behörden erlebt, dass es keine zentrale, koordinierte Kommunikation zum Verhalten in der Krise in Richtung Bevölkerung gibt. Jede Behörde handelt nur für ihren Bereich, niemand synchronisiert die einzelnen, oft sehr guten Kommunikationsmaßnahmen. Das föderale System schafft weitere Verantwortungsdiffusion“, so Gummig. Und ergänzt: „Innerhalb dieser Strukturen sah ich keine Chance, das zu ändern – ohne administrative, rechtliche oder politische Sachzwänge ist das viel einfacher.“
„Deutschland macht Alarm“
Die Plattform ist bewusst minimalistisch gestaltet und verzichtet auf redaktionelle Einordnung. Geboten werden nur strukturierte Verlinkungen auf die relevanten, verlässlichen Seiten wie Bundesministerien, Bundesämter oder
Bundeswehr – eine neutrale Anlaufstelle für offizielle Vorsorge- und Kriseninformationen. Das Ziel: eine besser informierte Bevölkerung als ein Baustein der deutschen Sicherheitsarchitektur.
Co-Gründer Wim Woeber, Fotograf und Webdesigner aus Rösrath (Nordrhein-Westfalen), erklärt die Idee hinter „Deutschland macht Alarm“: „Wir bündeln die 20 Fragen, die Menschen im Krisenfall wirklich beschäftigen – und führen sie direkt zu den verlässlichen Antworten der staatlichen Institutionen. Ohne Umwege. Ohne Interpretation. Perspektivisch wird das Angebot auch mehrsprachig, damit Information nicht an Sprache scheitert.“
„Neutrales, einfaches Angebot“
Medien bietet die Initiative einen kostenfreien „Hinweiskasten“ mit Link zu diesem Angebot an, um den Leserinnen und Lesern Service und Orientierung anzubieten, wenn über sicherheitsrelevante Themen berichtet wird.
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Arist v. Harpe, Verleger der Hamburger Morgenpost, unterstützt das Vorhaben: „Besonders in Zeiten der Unsicherheit sind Menschen auf schnelle, zuverlässige Nachrichten angewiesen. Die finden sie in den Medien, denen sie vertrauen – besonders im lokalen Bereich. Wir bei der MOPO sehen es als unsere Verantwortung, nicht nur zu berichten, sondern auch seriösen Rat zu geben, wie unsere Leserinnen und Leser mit neuen Situationen umgehen können. Hier bietet ,Deutschland macht Alarm‘ ein neutrales, einfaches und jederzeit schnell verfügbares Angebot, das unseren Leserinnen und Lesern hilft.“
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