Vollsperrung macht’s möglich: Bahn hat neue Pläne mit diesem HVV-Bahnhof

Der Bahnhof in Rahlstedt muss für die neue S4 komplett neugebaut werden.
Der Bahnhof in Rahlstedt muss für die neue S4 komplett neugebaut werden.

Wichtige Neuigkeiten für die etwa 10.000 Fahrgäste, die täglich am Bahnhof in Rahlstedt ein-, aus- oder umsteigen: Eigentlich sollten sie aufgrund der Bauarbeiten für die neue S-Bahn-Linie S4 auf einen Ersatz-Bahnhof ausweichen – doch jetzt hat die Deutsche Bahn plötzlich andere Pläne. Was bedeutet das für Pendler?

Seit Anfang Juli wird bereits an der Busanlage an der Amtsstraße gewerkelt, die von der Hochbahn durch einen XXL-Neubau ersetzt wird. Dort sollen einmal drei einzelne, breite Fahrtbuchten und Wartebereiche mit grünen Dächern entstehen.

Bahnhof Rahlstedt: Hier soll künftig die neue S4 halten

Und auch der Bahnhof direkt nebendran wird sein Gesicht komplett verändern: Zwei Fußgängertunnel, eine Straßenunterführung sowie der Bahnsteig müssen komplett abgerissen und neu gebaut werden.

Denn dort soll schon in ein paar Jahren die neue S-Bahn-Linie S4 halten und so auch Hamburgs einwohnerstärksten und trotzdem bislang deutlich vernachlässigten Stadtteil Rahlstedt endlich besser ans Schienennetz anschließen. Bislang fährt von dort aus nur die RB81 zum Hamburger Hauptbahnhof – und das nur alle 30 Minuten.

Der Bahnhof in Rahlstedt. Derzeit fährt dort nur alle 30 Minuten eine Regionalbahn Richtung Innenstadt.
Der Bahnhof in Rahlstedt. Derzeit fährt dort nur alle 30 Minuten eine Regionalbahn Richtung Innenstadt.

Dafür, so plante es die Bahn noch im vergangenen Jahr, sollte der Bahnhof Rahlstedt eigentlich ab Anfang 2026 für zwei Jahre vollgesperrt werden. Fahrgäste sollten für diese Zeit auf einen provisorisch errichteten Bahnsteig an der etwa ein Kilometer entfernten Scharbeutzer Straße ausweichen.

Hamburg: Neue Zeitpläne für den Bahnhof Rahlstedt

Doch jetzt wurden diese Pläne wieder über den Haufen geworfen. Grund dafür ist die im Jahr 2027 anstehende Generalsanierung der Strecke Hamburg-Lübeck, die für fünf Monate komplett dicht gemacht wird.

Solange werden die Züge über Büchen, Mölln und Ratzeburg nach Lübeck umgeleitet. Dieser Zeitraum soll nun auch dafür genutzt werden, um in Rahlstedt den neuen S4-Bahnsteig zu bauen.

„Durch die Vollsperrung haben wir ein freies Baufeld und können viel komprimierter arbeiten“, erklärt ein Bahnsprecher der MOPO. „Benötigte Materialien können so auch besser über die Schiene transportiert werden.“ Konkret bedeutet das: Bis Juli 2027 wird die RB81 am Bahnhof Rahlstedt halten, dann wird die Strecke fünf Monate komplett gesperrt, bis im Dezember 2027 die S4 zwischen Altona und Rahlstedt in Betrieb gehen soll.

Konzept für RB81-Ersatzverkehr wird noch erarbeitet

„Das werden fünf harte Monate, aber im Windschatten von Generalsanierung und Vollsperrung der Fernbahnstrecke können auch die S4-Bauarbeiten so deutlich vereinfacht werden“, sagt der SPD-Verkehrsexperte und Rahlstedter Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter. „Für Pendlerinnen und Pendler ist das die eindeutig bessere Lösung. Für den kompletten Ausfall der RB81 über fünf Monate muss es aber einen hochwertigen Schienenersatzverkehr geben.“ Ein Konzept dafür wird laut dem Bahnsprecher derzeit noch erarbeitet.

Ab 2029 soll die S4 dann von Altona bis nach Bad Oldesloe fahren und bis zu 25.000 Menschen in Wandsbek, Marienthal, Tonndorf, Rahlstedt und im Kreis Stormarn an das Hamburger Schnellbahnnetz anschließen. Das Projekt kostet rund 1,85 Milliarden Euro, wovon der Bund 84 Prozent trägt. Den Rest teilen sich die Länder und die Bahn zu unterschiedlichen Anteilen.