Vertragsdetail: Kann die Stadt mit dem Elbtower ein Vermögen verdienen?
Die Zukunft des Elbtowers ist weiterhin ungewiss, doch dass Signa ihn wie geplant weiterbaut, scheint immer unwahrscheinlicher. Derzeit soll Unternehmer Klaus-Michael Kühne an einer Lösung tüfteln. Oder sollte die Stadt lieber selbst zugreifen, um den halbfertigen Bau möglichst gewinnbringend an den nächsten, höchstbietenden Investor zu bringen? Klingt nach einem attraktiven Deal, aber Geld damit zu scheffeln, ist für die Stadt nicht so einfach.
Mit Spannung wird auf die bröckelnde Signa-Gruppe und die damit verbundene Mega-Baustelle des Elbtowers geschaut. Schon seit rund einem Monat stehen die Arbeiten still, weil Zahlungen ausstehen. Aber wäre bei einem weiteren Stillstand nicht eigentlich ein guter Deal für die Stadt drin?
Elbtower in Hamburg: Für die Stadt wäre er günstig
Schließlich könnte sie ein Schnäppchen schlagen, sollte das Mega-Hochhaus nun doch nicht fertig werden: Sie kann das Grundstück zum ehemaligen Kaufpreis ohne Zinsen zurückkaufen. Dazu gibt es einen Rabatt von fünf Millionen Euro für den städtischen Aufwand und auch Vertragsstrafen und Schadensersatz, den Signa der Stadt schulden könnte, würden den Deal noch versüßen.
Den halbfertigen Elbtower, den die Stadt theoretisch an den Höchstbietenden weiterverkaufen könnte, gibt’s sogar kostenlos obendrauf. Der Wermutstropfen: Bevor dieses Rückkaufsrecht greift, müsste der Elbtower noch jahrelang als Bauruine stehen bleiben.
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Große Gewinne machen kann die Stadt mit so einem Schachzug zudem nicht. Denn im Vertrag gibt es eine bestimmte Klausel: Die Stadt wäre nach dem Wiederkauf zwar frei zu entscheiden, was mit dem Objekt passiert, erklärt die Sprecherin der HafenCity GmbH zur MOPO.
Würde die Stadt das Grundstück aber an einen Dritten verkaufen, der den Elbtower fertig baut, „und wäre dieser Dritte bereit, mehr als den reinen Grundstückspreis zu entrichten und damit dem begonnenen Bauwerk einen Wert beizumessen, dann ist dieser Mehrerlös nach Abzug des eigenen Aufwands dem ursprünglichen Bauherren zu erstatten.”
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Heißt: Die Stadt müsste der Elbtower Immobilien GmbH eine Pauschalentschädigung zahlen, wenn sie den Elbtower innerhalb von zehn Jahren teuer weiterverkauft. Kosten der Stadt für zuvor notwendige Sanierungen oder Baustellensicherungen würden abgezogen.
Elbtower: Verwirrung um Rückkauf bei Insolvenz
Und wenn die Elbtower Immobilien GmbH dann schon lange insolvent sein sollte? Dann würde so eine Pauschalentschädigung wahrscheinlich in die sogenannte Insolvenzmasse gezahlt und an die Insolvenzgläubiger verteilt werden, so die Einschätzung der HafenCity GmbH.