„Versäumnis der Feuerwehr“: Streit um beliebte Restaurant-Terrasse wird immer irrer
Der Streit um die Terrasse des Restaurants „Nostalgia“ in Ottensen wird immer irrer: Offenbar hat die Feuerwehr bei der Planung nicht mitgeteilt, dass sie die neugepflasterte Fläche als Stellfläche für einen Leiterwagen beansprucht – das hat nicht nur schmerzhafte Auswirkungen für das Geschäft des Wirtes, sondern auch der Bezirk Altona soll nun Korrekturen an dem frisch fertiggestellten Platz vornehmen. Die Bezirkspolitik ist genervt und stellt sich an die Seite des Wirtes.
Wie soll denn ein Leiterwagen der Feuerwehr im Falle eines Falles überhaupt auf die Restaurantterrasse an der Eulenstraße gelangen? Das fragte sich nicht nur Wirt Ioannis Angelidis, sondern auch viele Gäste des beliebten Griechen. Denn: Die Fläche, die vor dem Restaurant erst 2022 neu entstanden ist, ist rundum von Fahrradbügeln „eingezäunt“, die der Bezirk unter grüner Ägide dort liebevoll installiert hat. Schließlich war die umfangreiche Baumaßnahme Teil des Veloroutenausbaus. Nach einem Ortstermin mit Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne) und der Feuerwehr vor wenigen Tagen steht nun fest: Die nagelneuen Fahrradständer vor dem Nostalgia müssen wieder abgebaut werden, möglicherweise muss gar ein gesunder Baum gefällt werden, um Platz zu schaffen für den Leiterwagen.
Bezirksamtsleiterin: „Versäumnis der Feuerwehr“
Im Hauptausschuss des Bezirks findet Stefanie von Berg deutliche Worte: „Hier hat es ganz klar ein Versäumnis der Feuerwehr gegeben.“ Einstimmig fordern alle Fraktionen die Innenbehörde auf, sie möge klären, warum die Feuerwehr nicht früher Bescheid gesagt hat, dass sie ausgerechnet die Sommerterrasse als Aufstellfläche benötigt. Schließlich hatte der Bezirk der Feuerwehr alle Unterlagen für die Neugestaltung der Eulenstraße zugeschickt – wie es das Gesetz vorsieht. Außerdem, so haben die Bezirkspolitiker beschlossen, solle die Feuerwehr sich konstruktiv in die weitere Planung einbringen, „um möglichst geringe Einschränkungen der Außengastronomie, Fahrradbügel und Bepflanzung zu erreichen.“ Und wenn die Fahrradbügel umgesetzt werden müssen, soll die Innenbehörde das bezahlen, da diese Kosten nicht entstanden wären, wenn die Feuerwehr sich rechtzeitig geäußert hätte.
Alle Parteien wollen den Wirt unterstützen, der nach dem Willen der Feuerwehr statt 50 nur noch acht Plätze auf seiner Terrasse bewirten soll. Anwohner sind entsetzt und kämpfen für den Erhalt der seit zwei Jahren heiß geliebten Restaurantterrasse. Eine Petition hat bereits mehr als 3000 Unterschriften erhalten. Und nun auch noch Rückenwind aus dem Rathaus Altona.
Politik sucht nach Kompromiss mit dem Wirt
Dana Vornhagen, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen: „Alle Fraktionen und das Bezirksamt sind um eine schnelle Lösung bemüht und wollen bis zur finalen Klärung mit der Feuerwehr auch eine Kompromiss- oder Zwischenlösung ermöglichen.“ Wie so eine Zwischenlösung aussehen könnte? „22 Plätze könnte man hinbekommen, wenn man die Fläche kreativ aufteilt“, rechnete die Bezirksamtsleiterin im Ausschuss vor.
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Wirt Ioannis Angelidis ist erfreut: „Schön, dass die Politiker hinter mir stehen.“ Er hat inzwischen einen eigenen Brandgutachter beauftragt, von der Feuerwehr München. Ergebnis: Der Leiterwagen braucht die Restaurantterrasse gar nicht, weil die Leiter die Balkone auch von der Straße aus erreichen könne: „Durch die Nutzung des Gehweges als Außenterrasse mit Bestuhlung wird eine Anleitbarkeit durch Hubrettungsgeräte nicht beeinträchtigt.“ Was die Feuerwehr Hamburg zu dem Schlamassel sagt? Die verweist bei Nachfragen auf die Bauprüfabteilung des Bezirksamtes Altona.