Vermieter genervt: Die Müll-Ferkel aus der schicken Neubausiedlung

Vor den brandneuen Rotklinkerbauten stapelt sich seit Tagen der Müll.
Vor den brandneuen Rotklinkerbauten stapelt sich seit Tagen der Müll.

Es ist ein Anblick, der so gar nicht zum Rest der Siedlung passen will: Im schmucken Neubauprojekt Stellinger Terrassen (Stellingen) wurden die ersten Wohnungen gerade erst bezogen, schon türmt sich vor der Haustür ein riesiger Müllberg. Umzugskartons und Verpackungen von Möbellieferungen wurden achtlos auf einer benachbarten Grünfläche abgeladen. Den neuen Bewohnern war der Gang zum Altpapiercontainer offenbar zu weit. Dabei hatte der Vermieter das Problem vorausgesehen und extra einen Behälter für die Kartonflut aufstellen lassen. Doch dessen Kapazitäten waren irgendwann erschöpft, ganz im Gegensatz zur Wegwerfwut der Neuankömmlinge.

„Irgendjemand hat da seinen Müll hingeschmissen“, fasst Manfred Riemann die Lage zusammen. Riemann ist Sprecher der „HanseMerkur Grundvermögen AG“ (HMG), die Eigentümerin des Neubauprojekts Stellinger Terrassen. Auf seiner Website wirbt das Projekt mit dem Slogan „Ein Zuhause zum Wohlfühlen“. Doch lassen die aktuellen Zustände vor Ort vermuten, dass sich manch einer so gar nicht geborgen fühlen dürfte in seinem neuen Zuhause.

Hamburg: Die Müll-Ferkel aus der schicken Neubausiedlung

Dort, wo sich früher einmal die Kampfbahn Stellingen befand, hat das Unternehmen Mehrfamilienhäuser errichten lassen. Von den 141 Wohnungen in den modernen Rotklinkerbauten sind laut HMG drei Viertel bereits vermietet. Der Erstbezug der Wohnungen startete am 1. Mai. Doch innerhalb von nur zwei Wochen hat sich auf einer angrenzenden Grünfläche ein Müllberg gebildet. „Ein Nachbargrundstück“, wie Riemann betont. Doch es sei naheliegend, dass der Müll von den neu eingezogenen Mietern stamme.

Kartons von Möbellieferungen, dazwischen immer wieder auch Restmüll. Der Müllberg an der Borchertstraße wächst täglich.
Kartons von Möbellieferungen, dazwischen immer wieder auch Restmüll. Der Müllberg an der Borchertstraße wächst täglich.

Dass der Bedarf an Abfallbehältern zu Beginn groß sein würde, habe man vorausgesehen, so der Sprecher. Deshalb wurden extra Container aufgestellt, in dem die Bewohner ihren Unrat schmeißen können. Als die voll waren, wurden sie abgeholt. Doch das Wegschmeißen ging munter weiter, diesmal aber auf die Grünfläche.

Die installierten Unterflurbehälter sind laut dem Vermieter „offen und funktionstüchtig“.
Die installierten Unterflurbehälter sind laut dem Vermieter „offen und funktionstüchtig“.

Für die Wohnanlage wurden sogenannte Unterflurbehälter installiert, also Müllbehälter, die ihren Inhalt unter der Erde verstauen. Diese platzsparende Lösung hat einen Nachteil: Deren Öffnungen sind recht klein, sperringer Abfall wie Pappe und Karton passt nicht immer hinein. Eigene Altpapiercontainer hält die Eigentümerin nicht vor: „Es gibt mehrere Sammelstellen im Umkreis, die genutzt werden können.“

Stellinger Terrassen: Papiercontainer im Umkreis vorhanden

Tatsächlich gibt es Altpapiercontainer am Spannskamp, der Tierparkallee und am Stellinger Steindamm. Allesamt nur wenige hundert Meter von der Anlage entfernt. Doch für die neuen Bewohner, so scheint es, war der Weg dorthin einfach zu weit.

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Und nun? Neue Container seien bereits bestellt, der Hausmeister werde den Berg beseitigen, auch wenn die Fläche eigentlich gar nicht zum Eigentum gehöre. Ohnehin sei das Müllproblem ein „Einmaleffekt durch die vielen Einzüge“. Am Ende bleibt die Frage, ob dieser Ärger wirklich nötig gewesen wäre. Und die Erkenntnis, dass Bewohner schicker Quartiere nicht unbedingt reinlicher sind als jene anderer Viertel.

Es ist ein Anblick, der so gar nicht zum Rest der Siedlung passen will: Im schmucken Neubauprojekt Stellinger Terrassen (Stellingen) wurden die ersten Wohnungen gerade erst bezogen, schon türmt sich vor der Haustür ein riesiger Müllberg. Umzugskartons und Verpackungen von Möbellieferungen wurden achtlos auf einer benachbarten Grünfläche abgeladen. Den neuen Bewohnern war der Gang zum Altpapiercontainer offenbar zu weit. Dabei hatte der Vermieter das Problem vorausgesehen und extra einen Behälter für die Kartonflut aufstellen lassen. Doch dessen Kapazitäten waren irgendwann erschöpft, ganz im Gegensatz zur Wegwerfwut der Neuankömmlinge.