Wieder Warnstreik bei Hamburger Hochbahn – U-Bahn und Busse betroffen
Im Tarifstreit bei der Hamburger Hochbahn gibt es weiter keine Einigung. Die Gewerkschaft Verdi erhöht den Druck auf die Arbeitgeber. Wieder sollen Busse und U-Bahnen in den Depots bleiben.
Zusammenfassung:
- Gewerkschaft Verdi ruft erneut zu Warnstreik bei Hamburger Hochbahn auf
- Warnstreiks auch bei Verkehrsunternehmen in anderen Bundesländern geplant
- Tarifverhandlungen zwischen Verdi und Hochbahn bisher ergebnislos, Kritik an Hamburger Senat
Im schwelenden Tarifkonflikt bei der Hamburger Hochbahn hat die Gewerkschaft Verdi erneut zu einem Warnstreik aufgerufen. Auch die Fahrer von Bussen und U-Bahnen sollen demnach am frühen Donnerstagmorgen für 24 Stunden die Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft mit. Der Ausstand soll am Donnerstag um 3 Uhr morgens beginnen und am Freitag um 3 Uhr enden.
Warnstreiks soll es dann auch bei Verkehrsunternehmen in Bayern, dem Saarland, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen geben – möglicherweise auch in Hessen und in Bremen.
Nicht betroffen sind in Hamburg die Busse der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), die S-Bahnen und die Hafenfähren. Zuletzt waren Hochbahn und VHH Ende Februar für 48 Stunden bestreikt worden.
Verhandlungen von Verdi und Hochbahn bisher ergebnislos
Vor einer Woche waren die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und Hochbahn erneut ohne Einigung geblieben. Die Hochbahn hatte nach eigenen Angaben dabei ein verbessertes Angebot vorgelegt, das bis zu 8,1 Prozent mehr Entgelt im Monat in mehreren Schritten vorsah – allerdings bei einer Laufzeit von 30 Monaten.
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Verdi legte ein Kompromissangebot vor, das im Kern zwar nur eine Entgeltsteigerung von 3,4 Prozent, aber mindestens in Höhe von 150 Euro beinhaltete. Die Gewerkschaft verlangt jedoch eine deutlich geringere Laufzeit von lediglich zwölf Monaten. „Um eine Einigung zu erzielen, sind wir der Hochbahn weit entgegengekommen“, sagte Gabriel Arndt, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Ein echter Kompromisswille auf Arbeitgeberseite sei jedoch nicht erkennbar gewesen.
Kritik richtet Verdi auch an den Hamburger Senat. Die Stadt ist alleinige Eigentümerin der Hochbahn. Der Vorwurf der Gewerkschaft: Politische Entscheidungsträger begrenzen mit ihrem Sparkurs den Spielraum in den Tarifverhandlungen.
Bei VHH sollen Tarifverhandlung Mittwoch weitergehen
Gespräche zwischen Verdi und den VHH hatten zuletzt am Freitag stattgefunden. Sie waren allerdings am Abend unterbrochen und auf diesen Mittwoch vertagt worden, wie eine Gewerkschaftssprecherin mitteilte. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber soll am 23. März stattfinden. (dpa/mp)
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