Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.
Abmelden

Veranstaltungen zum Kriegsende: Hamburg erinnert an die Nazi-Verbrechen

Erst Gestapo-Zentrale, dann Baubehörde, jetzt Konsumtempel: das ehemalige Stadthaus, das jetzt „Stadthöfe“ heißt.

Erst Gestapo-Zentrale, dann Baubehörde, jetzt Konsumtempel: das ehemalige Stadthaus, das jetzt „Stadthöfe“ heißt.

Foto:

Florian Quandt/

Heute vor 74 Jahren kapitulierte Nazi-Deutschland. Der Krieg war zu Ende. Aus diesem Anlass wird es am heutigen Mittwoch, 8. Mai mehrere Gedenkveranstaltungen geben: Die Initiative Gedenkort Stadthaus will den Tag zum Anlass nehmen, erneut für eine „würdige Gedenkstätte“ in der ehemaligen Gestapo-Zentrale an der Stadthausbrücke zu demonstrieren.

Dass es dort eine Gedenkstätte gibt, die einer Buchhandlung nebst Café  „versteckt“ ist – für die Mitglieder der Initiative ein Skandal. Wörtlich heißt es im Aufruf: „Wir finden uns mit dieser Bagatellisierung und Privatisierung des Umgangs mit der NS-Geschichte in Hamburg weiterhin nicht ab. Wir halten es für nötig, die schleichende Gewöhnung an die faktische Geschichtsverdrängung  zu stören. Alle Menschen, die in dem Luxusquartier Stadthöfe arbeiten oder wohnen oder die im Hotel Tortue zu Gast sind, sollen wissen, wo sie sind.“

Die Kundgebung der Initiative dauert von 16.45 Uhr bis 18.30 Uhr.  Im Anschluss  findet in den Stadthöfen um 19 Uhr die Aufführung des Oratoriums Tenebrae von Michael Batz (Buch) und Ernst Bechert (Komposition) statt. Das Oratorium erinnert an die Verbrechen der Gestapo im Hamburger Stadthaus und an die Opfer von Folter weltweit.

„Marathonlesung aus den verbrannten Büchern“

Von 11 bis 18 Uhr wird es außerdem eine „Marathonlesung aus den verbrannten Büchern“ geben. Ort: der Platz der Bücherverbrennung, Kaiser-Friedrich-Ufer, Ecke Heymannstraße in Eimsbüttel. Genau dort hatten 1933 Hamburger Studenten und Burschenschaftler Bücher verbrannt, die aus Sicht der Nazis als „undeutsch“ galten.

An der Lesung werden sich  unter anderem Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano und die Journalistin und Autorin Peggy Parnass beteiligen. Zugesagt haben auch Schüler der Ida-Ehre-Schule, des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer, der Joseph-Carlebach-Schule und der Schule an der Isebek. Esther Bejarano startet die Lesung um 11 Uhr.