USA-Handel bricht ein, vieles andere wächst: Hamburger Hafen mit positiven Zahlen
Aufschwung im Hamburger Hafen: 2025 legte Deutschlands größter Seehafen beim Umschlag zu – vor allem dank boomendem Containerverkehr mit Asien. Während der Handel mit Südostasien stark wächst, bremsen US-Zölle den Austausch mit Amerika spürbar aus.
Der Hamburger Hafen zieht für 2025 eine positive Bilanz: Er steigerte seinen Gesamtumschlag auf 114,6 Millionen Tonnen – ein Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus einer Pressemitteilung des „Port of Hamburg“ hervorgeht. Treiber der Entwicklung war vor allem das Containergeschäft, das deutlich anzog.
Containerbereich entwickelt sich stark
Besonders stark entwickelte sich der Containerbereich. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 8,3 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen – ein Zuwachs von rund 7,3 Prozent. Auch gemessen in Tonnen ging es mit 4,6 Prozent nach oben. Bemerkenswert: Jedes Quartal lag über dem Vorjahresquartal.
Auffällig großen Zuwachs erlebt der Warenverkehr mit den Ländern im südostasiatischen Raum. Der Handel mit Malaysia wuchs im letzten Jahr um 84,3 Prozent. Auch Indien (+49,2 Prozent) und China (+6,5 Prozent) profitieren von den schwankenden transatlantischen Beziehungen.
US-Zollpolitik bremst Aufschwung
Ganz anders die Lage bei den USA: Der Containerumschlag brach um 25,6 Prozent ein. Als Gründe werden unter anderem weitreichende US-Zollmaßnahmen angegeben, die den Handel spürbar ausbremsten. In der Hafenwirtschaft wird die Entwicklung mit Sorge beobachtet. Zwar bleibt der US-Markt weiterhin bedeutend, doch die Zahlen zeigen, wie stark politische Entscheidungen globale Lieferketten beeinflussen können. Während Asien-Verkehre zulegen, verschieben sich Teile des Warenverkehrs weg von Nordamerika – ein Trend, der sich nach Einschätzung von Branchenvertretern auch 2026 fortsetzen könnte, sollte die Zollpolitik unverändert bleiben.
Weniger dynamisch verlief das Jahr im Massengutbereich: Insgesamt sank der Umschlag hier leicht auf 32,4 Millionen Tonnen (–1,7 Prozent). Vor allem geringere Getreideexporte belasteten die Bilanz. Rückgänge gab es auch bei Düngemitteln und Erzen, während Baustoffe, Chemikalien und sonstiges Trockengut zulegen konnten. Insgesamt zeigte sich ein wechselhafter Jahresverlauf mit starken Schwankungen zwischen den Quartalen.
Hamburger Hafen als Standort gestärkt
Für die Hafenverantwortlichen bestätigen die Zahlen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. HPA-Manager Friedrich Stuhrmann spricht von einem „erfolgreichen Jahr 2025“, in dem insbesondere das Containersegment „starke Wachstumsimpulse“ geliefert habe.
Auch Hafen-Hamburg-Marketing-Vorstand Axel Mattern bewertet die Entwicklung positiv – vor allem mit Blick auf Indien. Der deutliche Zuwachs im Handel mit dem Subkontinent passe gut zum frisch unterzeichneten Freihandelsabkommen der EU mit Indien und könne die Wirtschaftsbeziehungen weiter stärken.
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Unter dem Strich zeigt sich: Während der US-Handel schwächelt, sorgen starke Asien-Verkehre und das wachsende Containergeschäft dafür, dass der Hamburger Hafen auf Wachstumskurs bleibt.
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