Urlaubsflair auf der Dove-Elbe: Kapitänspaar holt englische Kanal-Boote nach Hamburg

Mareijke und Heiko Buhr auf einem ihrer Hausboote.
Mareijke (38) und Heiko (54) Buhr auf einem ihrer Hausboote auf der Dove Elbe. Die Gefährte kann man mieten.

Durch einen Hausboot-Urlaub in England sind Mareijke und Heiko Buhr auf die Idee gekommen, die typischen historischen Kanalboote (Narrowboats) von der Insel nach Hamburg zu holen. Jetzt gibt es sie als Spezialanfertigung auch auf der Dove Elbe.

Sie heißen „Sutje“ (die Entspannte) und „Lüttje“ (die Kleine), sind blau und grün und liegen ganz malerisch an der Dove Elbe am Moorfleeter Deich in den Vier- und Marschlanden vor Anker. „Die beiden Boote sind eigens nach unseren Vorstellungen in Großbritannien gebaut worden“, sagt Mareijke Buhr. Sie und ihr Mann Heiko Buhr haben HamburgBoats gegründet und vermieten die zwei urigen Boote und mittlerweile noch ein weiteres anderes Hausboot an Urlauber, aber auch an Hamburger, die eine Auszeit brauchen. Auf Komfort muss dabei niemand verzichten, die Boote sind voll ausgestattet mit Koje, Bad und Wohnküche.

Die Hausboote am Liegeplatz am Moorfleeter Deich.
Die Hausboote „Sutje“ und „Lüttje“ sind nach englischem Vorbild gebaut und liegen am Moorfleeter Deich.

Die Kanalboote sind zwar nach englischem Vorbild gebaut, aber deutlich kürzer als die historische Narrowboat-Variante, die noch immer auf den englischen Kanälen unterwegs ist. Und „Sutje“ fährt sogar umweltschonend elektrisch.

Hamburgboats: Hausboote mieten auf der Dove Elbe

Ursprünglich war geplant, dass Gäste mit Sportbootführerschein die Hausboote „Sutje“ und „Lütje“ buchen und damit eigenständig über die Dove Elbe fahren können. Doch die Umsetzung erwies sich als deutlich komplizierter als gedacht. Selbst mit Führerschein ist es schwierig, die Boote sicher zu manövrieren. „Die wiegen 17 Tonnen – da ist ordentlich Wucht hinter“, sagt Heiko Buhr.

Historische englische Kanalboote (Narrowboats) im Regents Kanal in London.
Historische englische Kanalboote (Narrowboats) im Regents Kanal in London. Nach diesem Vorbild wurden Sutje und Lüttje gebaut.

So reagieren die Boote sehr langsam, was viel Erfahrung nötig macht. „Ohnehin haben nur so gerade fünf Prozent der Gäste überhaupt danach gefragt, ob sie ablegen können“, so Heiko Buhr. Den meisten habe es völlig gereicht, ihren komfortablen Bootsaufenthalt fest vertaut am Moorfleeter Deich zu genießen. Daher liegen „Sutje“ und „Lüttje“ jetzt immer am Liegeplatz am Moorfleeter Deich. „Man braucht ja auch noch Zeit, um einfach dazusitzen“, hat jemand ins Gästebuch geschrieben. Einfach die Natur und die Ruhe zu genießen. Und wer Lust hat, die Dove Elbe zu erkunden, kann das per Stand-up-Paddeling machen.

Hauptberuf: Bergedorfer Schifffahrtslinie

Mareijke und Heiko Buhr haben ihre drei Boote immer im Blick, wenn sie aus dem Fenster sehen. Der Liegeplatz grenzt direkt an ihr Grundstück, denn in dem Haus an der Dove Elbe lebt Heiko, seit er ein kleines Kind war. Und schon von klein auf war er täglich mit einem Boot unterwegs. „Meine Familie ist in vierter Generation unterwegs auf den Flüssen“, erzählt er.

Die Sutje in Fahrt auf der Dove ELbe.
Die „Sutje“ in Fahrt auf der Dove Elbe.

Das Paar, das sich – wie sollte es anders sein – auf einem Schiff kennengelernt hat, führt heute gemeinsam die Bergedorfer Schifffahrtslinie. Die Hausboote betreiben sie eher nebenbei, als leidenschaftliches Hobby. Ihren Alltag verbringen die beiden überwiegend auf ihren großen Schiffen, der „Serrahn Queen“ und der „Serrahn Deern“ – an rund 200 bis 250 Tagen im Jahr sind sie auf dem Wasser unterwegs. Mal auf kurzen Touren Richtung Hamburg oder Lauenburg, mal auf mehrtägigen Fahrten bis nach Berlin, Wilhelmshaven oder ins Elbsandsteingebirge.

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Nicht nur Heiko, sondern auch Mareijke Buhr kann die Boote selbst steuern. Sie besitzt ein Patent und ist Schiffsführerin, was noch gar nicht so viele Frauen geschafft haben. Ein echtes Kapitäns-Ehepaar. Wobei Heiko Buhr wichtig ist, als Schiffsführer bezeichnet zu werden. „Der Kapitän bekommt den Lotsen an die Seite, wenn es kompliziert wird“, sagt er lachend. Der Schiffsführer schaffe das auf sich gestellt.

Einen Arbeitsplatz im Büro, das könnten sich die Buhrs nicht vorstellen. „Wir stehen beide immer noch täglich gern auf, um anderen Leuten eine schöne Zeit zu machen.“ Und das sei leichter, als viele denken. „Sobald die Gäste auf unseren Schiffen oder Booten sind, gucken sie erst mal aufs Wasser und haben gleich gute Laune.“