Urlauber-Abzocke am Flughafen: EKZ-Garage statt bewachter Parkplatz
Das EKZ Steilshoop gilt seit langem als das Schmuddelkind unter Hamburgs Einkaufszentren. Berichte über Baumängel, Razzien und sogar eine Sprengstoffexplosion gab es schon. Nun ist es offenbar der Masche eines dubiosen Parkservices zum Opfer gefallen. Die Polizei ermitttelt.
Die Fahrer hatten leichtes Spiel. Durch die unbeschrankte Ausfahrt fuhren sie hinauf und stellten die Kundenfahrzeuge im Parkhaus des Einkaufszentrums Steilshoop ab. Beschäftigt waren sie bei einem dubiosen Parkservice am Hamburger Flughafen. Die Kunden: ahnungslose Reisende, auf der Suche nach einer günstigen Möglichkeit, das eigene Auto für einige Tage bis Wochen unterzubringen.
Flughafen Hamburg: Parkservice stellt Urlauber-Autos in Steilshoop ab
Beim sogenannten Valet-Parken stellen Mitarbeiter des Anbieters das Kundenfahrzeug in einer Garage ab, und bringen es zum vereinbarten Zeitpunkt wieder zurück zum Kunden. Vor allem an Flughäfen ist dieser Service verbreitet, denn er spart eine Menge Zeit.
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Normalerweise nutzen solche Anbieter eigens angemietete Stellplätze, wo sie die Fahrzeuge ihrer Kunden parken. Doch offenbar dachte der Anbieter gar nicht daran, Geld dafür zu bezahlen. Dessen Fahrer parken die Autos kurzerhand auf den Plätzen, die eigentlich für die Kunden des EKZ vorgesehen sind.
„Wir gehen von 35-50 Fahrzeugen aus, die zwischen Mai und Juni bei uns abgestellt wurden“, sagt EKZ-Geschäftsführer Mike Hemmerich. Laut seiner Recherche habe der Parkservice damit rund 120 Euro pro Woche und Fahrzeug eingenommen.
Der Haustechniker des EKZ bemerkte die ungewöhnliche Aktivität im Parkhaus – und griff zu einer List. So berichtet es Pressesprecher Harm Dallmeyer: „Er sprach einen der Männer an und fragte nach einem Job als Fahrer.“ Der Mann habe ihm daraufhin ganz unbekümmert von den Machenschaften seines Arbeitgebers erzählt.
Flughafen Hamburg: EKZ erstattet Anzeige gegen Parkservice
Das EKZ erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Zivilrechtliche Schritte gegen den Parkservice behalte sich das geprellte Einkaufszentrum vor, so Dallmeyer. Die Polizei bestätigte, dass sie Ermittlungen in der Sache führt, zum aktuellen Stand könne man aber nichts sagen. Auch seien keine ähnlichen Fälle bekannt.
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Und die Kundenfahrzeuge? Die verschwanden nach der Anzeige ganz schnell vom Gelände. Auch dabei half wieder der Haustechniker: Denn das EKZ kämpft schon länger mit abgemeldeten Autos, die einfach im Parkhaus stehen gelassen werden. Um die Halter zu warnen, bringt er Aufkleber an ihnen an, die den Abschlepper ankündigen.
Mit denen beklebte er auch die Autos vom Parkservice, mit durchschlagendem Erfolg: Nach wenigen Tagen waren alle fort. Offenbar wollte niemand riskieren, bei Ankunft eines Kunden am Flughafen mit leeren Händen dazustehen.