Urlaub in Hamburg: Das macht Ottensen so besonders
In Hamburg haben die Sommerferien begonnen, jetzt ist Entspannung angesagt. Einen Gang runterschalten, die Seele baumeln lassen – bis Ende August ist Urlaubszeit. Und sechs Wochen keine Schule! Doch viele Menschen wollen oder können nicht wegfahren, sondern bleiben in der Stadt. Gut so, denn von Altona bis Wandsbek gibt es viel zu erleben und zu entdecken. In einer Sommer-Serie nehmen MOPO-Redakteure Sie mit in ihre Nachbarschaften, verraten ihre Lieblingsplätze und geben Geheimtipps für echtes Urlaubs-Feeling – zum Beispiel am Grindel, in Niendorf oder Neugraben- Fischbek. Gute Erholung!
Früher waren hier eine Bücherhalle für Kinder, ein gutes spanisches Restaurant, kleine Boutiquen und mein Lieblingskino, das „Zeise“. Letzteres gibt es noch immer. Auch wenn ich nicht mehr primär zum Essen hier bin, ziehen mich die Zeisehallen in Ottensen an. Und wenn ich mir bloß ’ne Tüte Popcorn hole (das beste Kino-Popcorn der Stadt!). Vor Jahren wurden hier Schiffsschrauben hergestellt, mittlerweile ist es ein Ort der Kultur geworden und für mich der perfekte Ausgangspunkt für einen Ottensen-Urlaubstag-Stadtteilbummel.
In Hamburg-Ottensen kann man super frühstücken
Es gibt viele Gründe, diesen Stadtteil zu erkunden. Einige davon sind kulinarischer Natur. So betreibt eine der besten Röstereien der Stadt – ja, o.k., es sind bereits viele Superlative für so wenig Text, aber sie stimmen alle! – in unmittelbarer Nähe zu den Zeisehallen ein Mini-Café: das „Black Delight“ (Friedensallee 32). In derselben Straße kann man bei „Jö Makrönchen“ Macarons wie in Paris verputzen und im „Bonscheladen“ handgemachte Bonbons kaufen (Probieren Sie das Whisky-Fudge!). Prima Begleiter wenn man später die Decke auf einer der zahlreichen Wiesen des Viertels ausbreiten möchte.
Den Tag kann man in Ottensen aber auch wunderbar mit einem Frühstück starten. Leckere portugiesische Sandwiches gibt’s bei Maria im Café „Veloso“, das ebenfalls zum Komplex der Zeisehallen gehört. Richtig gut ist es außerdem in der „Rain Cafeatery“, im „Tide“ oder im „Schmidt“ im Altonaer Museum. Alles innerhalb von zehn Gehminuten erreichbar.
Die Hinterhöfe in Ottensen sind teilweise wunderschön
Auf dem Weg dorthin lohnt es sich, immer mal abzubiegen. Nicht in die vielen Einbahnstraßen, sondern die vielen urigen Hinterhöfe. Einfach reingehen und sattsehen. Dort sind Handwerksbetriebe und Ateliers, aber auch noch alte Industrieschornsteine zu finden wie beispielsweise im „Gewerbehof Hagen“ (Hohenesch 65). Oder die „Alte Schmiede“, ein Geschäft für Lebensmittelhandwerk (Bahrenfelder Straße 205). Oder der Hinterhof mit den bunten Häusern rechts neben der Haspa-Filiale (Ottenser Hauptstraße 35). Oder oder oder …
Und wenn man lieber liegen oder sitzen will, dann gibt’s ja noch die Elbe. Und die vielen Parks: Boule am Platz der Republik, Streetball am „Kemal-Altun-Platz“, Grillen im Fischers Park oder Flanieren im Heine-Park. Wichtig: Wenn Sie Kinder haben, meiden Sie trotzdem die Spielplätze hier. Die sind zwar echt abwechslungsreich, aber immer viel zu voll und man bekommt ungefragt Hinweise zu zuckerfreier Ernährung oder Rezepte für Bananenbrot. Ich habe keine Belege, aber die Urform der Helikoptermutter muss aus diesem Stadtteil stammen.
Den besten Elbblick gibt es nicht am Altonaer Balkon
Wenn Sie also Spielplätze elegant umschifft haben, könnte der perfekte Feriennachmittag so aussehen: Erst steuern Sie die Buchhandlung „Christiansen“ an, suchen sich ein neues Buch aus – Achtung, weiteres Superlativ: Hier wird man spitzenmäßig beraten –, dann nehmen Sie sich einen Wein von „Weynstock“ (gleich nebenan) mit und dann geht’s entweder zum Altonaer Balkon oder, wo ich noch lieber sitze, etwas versetzt und oberhalb auf eine der zahlreichen Bänke (Klopstockterrasse) mit Elbblick. Im Sommer ist der Sonnenuntergang hier herrlich.
Wer auf den verzichten kann, holt sich später noch ein Eis von „Frau Meis“ oder den „Eisprinzessinnen“ (dafür muss man aber schon fast nach Othmarschen laufen) und Abendessen gibt’s in einem der zahlreichen Gastro-Wohnzimmer des Viertels: Griechisch bei Jani („Nostalgia bei Sotiris“), Tapas bei Carlota („Ribatejo“) oder Burger bei Ahmet („Bliss“) sind zu empfehlen. Alte Kneipen und neue Bars gibt’s auch in unmittelbarer Nähe für den Absacker hinterher. Oder einfach zurück zum „Zeise“ und die Spätvorstellung gucken.