Uni Hamburg: Harter Sparkurs und neuer Millionen-Bau – wie passt das zusammen?
Kürzungen, weniger Studienplätze, kürzere Öffnungszeiten der Bibliotheken: Die Universität Hamburg muss sparen. Noch im Dezember warnte Universitätspräsident Hauke Heekeren in einem Brief an Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) vor Kürzungen und möglichen Qualitätseinbußen. Jetzt haben beide gemeinsam am Montag den ersten Spatenstich für einen neuen Forschungsbau in Bahrenfeld gesetzt – Kostenpunkt: 247 Millionen Euro. Wie passt das zusammen?
Einen „guten Tag für den Wissenschaftsstandort Hamburg”, nannte Uni-Präsident Heekeren den Spatenstich für das Millionen-Projekt. Auch wenn alles schwierig und angespannt sei, sei ihm nicht bange. Der neue Millionen-Bau soll ab 2029 Spitzenforschung im Bereich der Experimentalphysik in Hamburg ermöglichen, hier sollen rund 200 Forschende arbeiten. Gleichzeitig ist an der Uni derzeit ein Sparkurs angesagt.
Uni Hamburg fährt Sparkurs
Unter anderem wurden die Öffnungszeiten der Bibliotheken verkürzt, Studienplätze reduziert, es fehlen Buchlizenzen, internationale Austauschprogramme sollen gefährdet sein. Auf MOPO-Nachfrage sagte Heekeren, der Spatenstich sei ein Investitionsprojekt des Bundes und des Landes, das den Landeshaushalt der Uni „mit keinem Euro belastet“. Zudem sei man in sehr konstruktiven Gesprächen mit der Wissenschafts- und der Finanzbehörde.
Auf Nachfrage, ob Heekeren darauf hoffe, dass noch einmal mehr Geld für die Uni locker gemacht wird, sagte er: „Wir haben heute klare Bekenntnisse seitens der Wissenschaftssenatorin und des Finanzsenators gehört, für den Wissenschaftsstandort.” Jetzt sei es wichtig, das politisch gut zu diskutieren.
Auf eine zusätzliche Erhöhung der Gelder für laufende Ausgaben kann die Uni aber wohl nicht hoffen: „Wir sind in einer Situation, in der die Universität mit ihrem Budget an Grenzen stößt, was sich schon eine Weile abgezeichnet hat“, so Blumenthal auf MOPO-Nachfrage.
Das könnte Sie auch interessieren: Parkplatz statt Gastro: Amt greift durch – bekanntes Restaurant kämpft um Terrasse
Darum stünden an der Uni jetzt „Strukturanpassungen“ an. Dass das passiert, sei unstrittig, und daran werde auch der Senat nichts ändern. Dass es dabei Unmut gebe, sei normal. Blumenthal zeigte sich aber sehr zuversichtlich, dass gemeinsam „ohne Einbußen in der Qualität von Lehre und Forschung“ ein Ergebnis erzielt werden könne.