Überraschender Grund: Warum über Hamburg nachts Flugzeuge kreisen
Eigentlich herrscht in Hamburg ein strenges Nachtflugverbot, um die Anwohner der Flugzonen vor einer zu großen Lärmbelästigung zu schützen. Dennoch könnten in den nächsten Monaten nachts Fluggeräusche zu hören sein. Dahinter steckt ein überraschendes Projekt.
Bis Ende April kann man nachts Flugzeuge über dem Hamburger Stadtgebiet ihre Runden drehen sehen – oder hören. Und das, obwohl ein strenges Nachtflugverbot herrscht. In Fuhlsbüttel dürfen Flugzeuge bis Mitternacht starten und landen, sofern ihr Abflug oder ihre Ankunft planmäßig bis 23 Uhr vorgesehen war und für die Verspätung „unvermeidbare Gründe” vorliegen.
Dennoch werden die Flieger des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung (LGV) Hamburg in einer Höhe von etwa 760 Metern kreisen. Sie sind Teil der amtlichen Datenerfassung. Das „Abendblatt“ berichtete zuerst darüber.
Mithilfe von Lasern erfassen und vermessen sie bis Mitte März das Stadtgebiet, um ein möglichst akkurates 3D-Stadtmodell zu erstellen. Die Laser sind für das menschliche Auge ungefährlich. Aufgrund des tagsüber hochfrequentierten Flugbetriebs finden die Vermessungsflüge nur nachts statt – künftig alle drei Jahre.

Flugzeuge in der Nacht – Hamburg wird mit Lasern erfasst
Die erhobenen Daten sollen bei der Planung von Neubauten und Infrastrukturprojekten helfen und für das Umweltmonitoring verwendet werden. Mithilfe der Daten können Simulationen für Wind, Starkregen, Hochwasser und Lärmausbreitung erstellt werden.
Da die Einsätze der Flugzeuge nur bei geeigneten Wetterbedingungen stattfinden können, ist nicht jeden Abend mit ihnen zu rechnen. Zudem starten die Flieger nicht in Hamburg, sondern von verschiedenen norddeutschen Flughäfen aus.
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Zwischen dem 1. Februar und dem 30. April werden zusätzlich Luft- und Schrägluftbilder erstellt. Diese sollen tagsüber in einer Höhe von rund 1,2 Kilometern von kleineren, zweimotorigen Flugzeugen aus aufgenommen werden.
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