Uber kämpft in Hamburg gegen das Vergessen: „Ja, es gibt uns“

Uber vermittelt sowohl Taxis als auch Mietwagenfirmen. (Symbolbild)
Uber vermittelt sowohl Taxis als auch Mietwagenfirmen. (Symbolbild)

Fünf Jahre ist es her, seit der umstrittene US-Buchungsservice Uber einen Neuanfang in Hamburg wagte und versprach, sich dieses Mal den deutschen Regeln anzupassen. Jetzt hat das Unternehmen einen „Atlas“ herausgebracht, in dem es das Verhalten seiner Nutzer analysiert. Drei Ziele in der Hansestadt sind demnach besonders beliebt. Doch trotz der Beliebtheit bleiben die Preise oft höher als in Berlin oder anderen Städten – warum eigentlich? Und während die Konkurrenz längst Fahrt aufgenommen hat, ringt Uber noch immer um mehr Präsenz in Hamburg.

„Wir sind in Hamburg noch nicht so sichtbar, wie wir uns das wünschen“, räumt Uber-Sprecher Oliver Fritz gegenüber der MOPO ein. „Da kommt dann schon mal die Frage, ob es uns tatsächlich hier gibt. Ja, es gibt uns und wir sehen auch, dass immer mehr Menschen unsere App in der Hansestadt nutzen.“

Uber in Hamburg: Wie viele Fahrten werden vermittelt?

Wie viele genau, das will das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen aber lieber nicht verraten. Die Konkurrenz ist immerhin groß: Da ist zum einen der Taxi-Buchungsservice und Platzhirsch Free Now, der nach eigenen Angaben zwei Drittel aller Taxis in Hamburg vermittelt. Und da gibt es auch noch die VW-Tochter Moia, die mit ihren goldenen Shuttles gut sichtbar im Straßenverkehr zu erkennen ist und nach eigenen Angaben im Jahr 2023 um die 2,9 Millionen Fahrgäste beförderte. Beim „Ridepooling“-Konzept von Moia werden Fahrgäste, die den gleichen Weg haben, unterwegs zu Fahrgemeinschaften gebündelt.

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Die beliebtesten Ziele der Uber-Nutzer in Hamburg sind laut dem jetzt veröffentlichten „Deutschland-Atlas“ die Messe, die Reeperbahn und die Barclays-Arena – Flughafen und Bahnhöfe ausgenommen. Die längste Fahrt, die gebucht wurde, führte demnach von der Hansestadt bis ins dänische Aarhus, war 341 Kilometer lang und dauerte 4 Stunden und 52 Minuten.

Wie setzen sich die Preise bei Uber zusammen?

In der Uber-App können sich Nutzer entscheiden, entweder an ein klassisches Taxi zum regulären Taxitarif oder an ein „UberX“ vermittelt zu werden. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die laut Uber offiziell als Mietwagen zugelassen sind und deren Fahrer eine Konzession nach dem Personenbeförderungsgesetz haben.

Die „UberX“ sind laut dem Unternehmen etwa zehn bis 15 Prozent günstiger als die Taxipreise. Tatsächlich berichten Nutzer aber, dass die Preise in Hamburg oft teurer erscheinen als in Städten wie Berlin. Ein Beispiel: Eine über Uber vermittelte Taxi-Fahrt von Altona bis zum Hauptbahnhof kostet in der App zwischen 21 und 27 Euro, ein „UberX“ käme auf 19,93 Euro. Eine ausgewählte Fahrt in Berlin würde hingegen mit einem per Uber vermittelten Taxi 31 Euro kosten, mit einem „UberX“ nur 22 Euro.

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Uber-Sprecher Oliver Fritz erklärt, dass die Preise in der App von einem Generalunternehmer gesetzt würden. Dieser greife auf einen „dynamischen Preismechanismus“ zurück, der „ähnlich wie bei Hotels, Airlines oder der Bahn“ funktioniere. „Steigt die Nachfrage, kann der Preis steigen, aber sinkt die Nachfrage, kann auch der Preis sinken.“ Bedeutet: Das System ist mal zum Vorteil des Fahrers – und mal zum Vorteil des Fahrgastes. Mehr will sich Uber allerdings nicht in die Karten schauen lassen.

Uber hatte es 2014 schon einmal in Hamburg versucht

Als das Unternehmen 2014 zum ersten Mal versuchte, in Hamburg Fuß zu fassen und das US-Modell mit Privatfahrzeugen und Privatfahrern ausprobierte, gab es einen Aufschrei in der Taxibranche, die diese Beförderung als wettbewerbsverzerrend moniert hatte. Das Landgericht Frankfurt hatte den Dienst dann deutschlandweit für rechtswidrig erklärt. Heute bezeichnet Uber-Sprecher Oliver Fritz die Zusammenarbeit mit den Taxi-Firmen in Hamburg als „partnerschaftlich“. In Berlin demonstrieren währenddessen immer wieder wütende Taxi-Fahrer gegen die Niedrigpreise von Uber, Bolt und Co.