Typisch Deutsche Bahn: Bretterbrücke vom Berliner Tor bleibt Jahre länger als geplant

Bahnhof Berliner Tor von außen
Viele Stufen, lange Wege: die Haltestelle Berliner Tor und die dort wegen Bauarbeiten aufgestellte Holzkonstruktion.

Viele Treppen, weite Wege und ein abenteuerliches Holzkonstrukt: Die Haltestelle „Berliner Tor“ ist bei HVV-Fahrgästen schon lange berühmt-berüchtigt, Umsteigen kann hier ganz schnell zum Albtraum werden. Die hölzerne Fußgängerbrücke sollte eigentlich Ende 2024 wieder abgebaut werden, doch daraus wird so schnell nichts. Was dahintersteckt und wie es an dem Bahnhof weitergeht.

„Wann hat dieser Albtraum endlich ein Ende?“, steht als Schriftzug in einem Video, das auf der sozialen Plattform „Tik Tok“ geteilt wurde. Zu sehen sind dort im Hintergrund die endlosen Stufen der hölzernen Fußgängerkonstruktion, die Fahrgäste passieren müssen, wenn sie zu den S-Bahn-Gleisen wollen.

Berliner Tor: Fahrgäste teilen Erfahrungen auf Social Media

Und es ist bei Weitem nicht das einzige Video dieser Art, einige stammen aus dem Jahr 2025, andere aber auch schon aus den Jahren davor. „Absoluter Endgegner, diese Treppen“, kommentiert ein Nutzer. „Da lauf‘ ich lieber einmal komplett bei Kaufland rum.“ Ein anderer stimmt zu: „Das ist die schlimmste Treppe in Hamburg.“ „Diese Baustelle ist da gefühlt seit 1000 Jahren“, heißt es unter einem anderen Video.

Tatsächlich wurde das Holzkonstrukt im Jahr 2019 errichtet, also vor knapp sechs Jahren. Rund um den täglich von bis zu 50.000 Fahrgästen genutzten Bahnhof werkelt die Deutsche Bahn allerdings schon seit 2015. Innerhalb von drei Jahren wurde das zweigleisige Kreuzungsbauwerk für rund 40 Millionen Euro komplett erneuert, seit 2019 liefen die Vorbereitungen für die Erneuerung der S-Bahn-Brücke Wendenstraße. Diese soll im Herbst 2025 von den Zügen befahrbar sein.

Fußgängerkonstruktion bleibt noch deutlich länger erhalten

Im Juni 2024 war man sich bei der Deutschen Bahn noch sicher, dass die provisorische Fußgängerbrücke bis Ende 2024/Anfang 2025 endlich Geschichte wäre – doch im Juli 2025 steht sie immer noch. Eine Bahnsprecherin sagte jetzt auf MOPO-Nachfrage, dass das Holzkonstrukt voraussichtlich erst Anfang 2027 abgerissen wird. Bis dahin müssten noch eine neue Rampe, die eigentlichen Treppen, eine Stützwand sowie ein Steg am Bahngleis der Linie S2 und Entwässerungsleitungen neu gebaut werden.

„Die Bahnbranche kämpft mit knappen Ressourcen bei planenden und ausführenden Unternehmen“, erklärt die Bahnsprecherin die Verzögerung. „Beim Berliner Tor waren fachliche Abstimmungen mit dem Straßenbrücken-Vorhaben sowie zum Bauzeitraum und -ablauf notwendig.“ Seit 2024 wird nämlich gleichzeitig die daneben liegende Berlinertordammbrücke Stück für Stück abgerissen und bis voraussichtlich 2027 erneuert. Ist das erledigt, kann die S-Bahn mit dem barrierefreien Ausbau der Station loslegen.

Solange können Menschen mit Kinderwägen, in Rollstühlen oder mit Gehbehinderungen die Station Berliner Tor allerdings nicht benutzen. „Wir bedauern die Situation für unsere Fahrgäste und bitten alle Betroffenen um Verständnis für die Einschränkungen“, sagt die Bahnsprecherin. Mindestens eineinhalb Jahre lang heißt es also erstmal weiterhin, die vielen Treppen im Holzgerüst zu erklimmen. Bis die Station allerdings komplett barrierefrei und mit Aufzügen ausgestattet ist, könnte es wohl sogar noch länger dauern.