TV-Koch Tim Mälzer fordert Bestandsschutz für Schanzencafés

Tim Mälzer bekommt eine neue TV-Show: Ab November läuft „Mälzers Meisterklasse“ bei VOX
Tim Mälzer bekommt eine neue TV-Show: Ab November läuft „Mälzers Meisterklasse“ bei VOX

Er ist der Hans Dampf unter den TV-Köchen: Tim Mälzer, Bullerei-Wirt und ständig auf Sendung. Demnächst wieder, denn Hamburgs bekanntester Koch bekommt ab November eine eigene Casting-Show. Die MOPO traf den sympathischen Dauerplauderer zum Gespräch über den Koch-Nachwuchs, Gedanken an den Ruhestand und bedrohte Inhaber-Cafés in der Schanze.

Zwölf Talente treten bei „Mälzers Meisterklasse“ künftig gegeneinander an. Mälzer begleitet den Koch-Nachwuchs als Coach und Mentor. Zusammen mit Sterne-Koch Jan Hartwig fungiert er zeitgleich auch als Juror. Dem Gewinner der Sendung winkt ein ganz besonderer Preis. Mälzer hat dabei ein ganz persönliches Ziel: Junge Leute ins TV zu bringen. „Ich bin in meinem beruflichen Herbst und habe im Laufe der Jahre viele Erfahrungen gesammelt. Ich will mein Wissen transportieren“, sagt er beim Gespräch mit der MOPO. „Seit 20 Jahren sieht man alte Männer im Fernsehen – Henssler, Mälzer, Raue – wir brauchen mal junge Leute.“

Nun könnt man meinen, dass das Spektrum von Koch-TV-Shows längst auserzählt ist. Dennoch glauben Mälzer und sein Team, etwas Neues kreiert zu haben. „Wir haben den Rahmen der Show bewusst weit gefasst und immer wieder angepasst. So bekommen die Köche zum Beispiel keine konkrete Aufgabe, sondern ein Thema als Vorgabe, dass sie dann individuell interpretieren sollen. Wir versuchen, persönliche Geschichte zu erzählen“, sagt Mälzer. „Kochen ist für mich nicht nur ein Handwerk. Es geht darum, Haltung zu zeigen, einen eigenen Geschmack zu entwickeln und mutig zu sein.“

Sternekoch Jan Hartwig (43) und TV-Koch Tim Mälzer (54) bei der Pressekonferenz von „Mälzers Meisterklasse” in Hamburg.
Sternekoch Jan Hartwig (43) und TV-Koch Tim Mälzer (54) bei der Pressekonferenz von „Mälzers Meisterklasse” in Hamburg.

Ruhestand? Mälzer will Absprung schaffen, bevor es zu spät ist

Und eben auch, Wissen weiterzugeben, den Nachwuchs zu formen. Der 54-Jährige will nicht zu den Leuten gehören, die immer noch vor der Kamera stehen, ohne zu merken, dass es niemanden mehr interessiert. „Bei diesem Format habe ich richtig Angst, dass das passiert“, verrät er der MOPO. „Wir zeigen deutlich, dass ich Fehler mache und mich verrenne. Das Format ist anders und die Zeiten sind es auch – die Leute hacken gerade gerne auf Schwachstellen rum.“

Noch steht der Ruhestand für Mälzer also nicht an. Wenn es so weit ist, hat er allerdings keine Angst vor Langeweile: „Ich hätte dann gerne ein Hobby – vielleicht Tischlern oder Töpfern. Ich würde auch gerne einen Pilotenschein machen.“

Größtes Problem für die Gastronomie: Hohe Mieten und Verwaltung

Auf die Frage, was Mälzer von den Schwierigkeiten der Gastronomie in der Sternschanze und der Verdrängung von Inhaber geführten Läden hält, antwortet er: „Ich finde, diese Läden sollten geschützt werden – und der Verbraucher hat die Chance dazu. Auf das Problem mit der Verdrängung habe ich keine Antwort. Aber: In meinen Augen sind die hohen Mieten und der Verwaltungsaufwand das Hauptproblem für die Gastronomie.“ Auch in der Bullerei habe man die Preise anheben müssen, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

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Das neue Koch-Format kann ab 28. Oktober bei RTL+ gestreamt werden, die lineare Ausstrahlung ist ab 4. November wöchentlich beim TV-Sender Vox geplant. Zunächst wird es sechs Folgen geben. Der Preis für das beste Talent: 50.000 Euro und ein Duell mit Tim Mälzer in seiner Vox-Show „Kitchen Impossible“.