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„Trotz des mäßigen HSV-Erfolgs …“: Zoff um neues Verkehrskonzept rund ums Stadion
Anwohner rund um das Hamburger Volksparkstadion kennen den Ablauf nur zu gut: Sobald der HSV zu Hause spielt, rücken regelmäßig Zehntausende Fans nach Stellingen an. Viele davon reisen mit dem Auto an, was nicht nur regelmäßig die Schnackenburgallee lahmlegt, sondern auch zu überbelegten Parkplätzen und Wildparken führt. Am Montagabend präsentierte ein Ingenieursbüro deshalb ein Konzept, wie die Verkehrsführung rund um das Stadion langfristig komplett verändert werden könnte. Das sorgte im Mobilitätsausschuss in Altona für eine hitzige Diskussion: „Ich bin komplett entsetzt“, bilanzierte die Linken-Politikerin Cornelia Templin.
„Sie alle kennen das Thema: Trotz des mäßigen Erfolgs der Fußballmannschaft kommen immer noch zahlreiche Fans ins Stadion“, leitete Hans-Christian Wedemann vom städtischen Landesbetrieb für Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) die Präsentation halb im Ernst, halb im Spaß ein. Der LIG ist Eigentümer von fast allen Parkplätzen, die es rund um das Stadion gibt, organisiert werden diese aber vom HSV.
So viele Parkplätze stehen aktuell bei HSV-Spielen zur Verfügung
Ursprünglich standen auf allen Parkplätzen Rot, Grau, Blau, Gelb, Weiß, Grün und Braun einmal 8700 Stellplätze zur Verfügung. „Aktuell sind davon aber nur noch rund 4700, also 54 Prozent verfügbar“, berichtete Sebastian Groß von „SHP Ingenieure“, der das neue Konzept zusammen mit Henning Müller vorstellte. „Das liegt unter anderem am Athleticum, an der A7-Deckel-Baustelle, aber auch an der Geflüchtetenunterkunft auf Parkplatz Braun.“ Allein dort fallen so 2819 Stellplätze weg.
Das Konzept sieht vor, die Stellplätze rund um das Stadion wieder deutlich zu erhöhen. Zum Beispiel könnte auf dem Parkplatz Rot westlich des Stadions eine weitere Ebene in die Höhe gebaut werden, heißt es in dem Vorschlag des Ingenieurbüros. So würden 300 zusätzliche Parkplätze entstehen. Aber auch das Parkhaus Stellingen an der Ottenser Straße, das sonst nur an Dörner-Mitarbeiter vermietet, wäre eine Möglichkeit: „Da könnte man etwa ändern, dass diese Parkplätze an Spieltagen kostenpflichtig von Fans benutzt werden können“, so Groß.
So könnten mehr Parkplätze rund ums Stadion geschafft werden
Weiteres Potenzial sehen die Ingenieure in der Fläche an der Elly-See-Straße. „Diese ist zwar bereits für das Gewerbegebiet Vorhornweg beplant, könnte aber übergangsweise als Parkplatz genutzt werden“, sagt Groß. 900 Stellplätze wären so gewonnen. „Nach der Bebauung könnte man dann über ein integriertes Mobilitäts-Hub auf der Fläche nachdenken.“ Auch die reguläre Vermietung von kleineren Gewerbeparkplätzen sei möglich.
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Außerdem soll das Wildparken rund um das Stadion besser unterbunden werden. Ein Bereich, der besonders stark davon betroffen ist, sei nördlich vom Farnhornweg. Digitale Parkleitsysteme sollen den Autofahrern künftig einfacher den Weg weisen. „Es ist aber auch eine Überlegung, dass Besucher neben der Eintrittskarte einen Parkplatz dazu buchen können, der ihnen dann digital zugeordnet wird“, sagt Wedemann.
Für Radfahrer sollen zusätzliche Abstellplätze geschaffen und die Überquerungen der Bahntrasse östlich des Stadions und der A7 für Fußgänger verbessert werden.
Hitzige Diskussion um neues Verkehrskonzept – „ich bin wirklich entsetzt“
„Mit mehr Parkplätzen habe ich ehrlicherweise nicht gerechnet“, sagt Dana Vornhagen, Fraktionsvorsitzende der Altonaer Grünen. „Damit bekommt man das Verkehrschaos ganz bestimmt nicht in den Griff. Warum wird nicht mehr Fokus auf den Öffentlichen Nahverkehr, die Radfahrer und Fußgänger gelegt?“ Stephan Krull von der Linken stimmt ihr zu. „Bei der Europameisterschaft war das doch auch ohne Parkplätze möglich.“
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„Da sind die Leute allerdings im Regelfall für mehrere Tage angereist und konnten sich entsprechend arrangieren“, antwortet Wedemann. „Bei HSV-Spielen ist es für die Gäste oft ein Tagestrip aus dem Umland.“
„Ich bin wirklich entsetzt“, sagte Cornelia Templin von der Linken. „Wenn wir mehr Parkplätze zur Verfügung stellen, dann kommen künftig noch mehr Menschen mit dem Auto. Wenn wir uns auf die bisherigen beschränken, dann wissen das in ein paar Jahren alle und suchen sich andere Möglichkeiten, zum Stadion zu kommen.“ Tim Schmuckall von der CDU schlug währenddessen vor, vermehrt Parkpaletten auf den bestehenden Flächen zu bauen – also in die Höhe.
Das Konzept des Ingenieurbüros kommt jetzt erst einmal zur Abstimmung in alle beteiligten Behörden. Das sind die Umwelt- und Baubehörde sowie das Bezirksamt Altona. Heißt übersetzt: Bis tatsächlich etwas am Volksparkstadion passiert, könnte es noch eine ganze Weile dauern.