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Tricks vom Kiez-Experten: So behaupten Sie sich in gefährlichen Situationen

Der Kiez-Experte und Kampfsportler Michel Ruge.

Der Kiez-Experte und Kampfsportler Michel Ruge erklärt, wie man sich auch ohne Fäuste in brenzligen Situationen behauptet.

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Anatol Kotte

Auf St. Pauli groß geworden, auf die schiefe Bahn geraten – und dann doch die Kurve bekommen: Ex-Türsteher Michel Ruge (46) wuchs auf dem Kiez auf. Sein Vater besaß damals drei  Bordelle, Ruge war Mitglied mehrerer Jugendgangs. Schlägereien, Raubzüge und Überfälle waren sein Alltag. Heute steht der Ex-Kampfsportler auf der anderen Seite, gibt Seminare, zeigt Teilnehmern, wie sie auch ganz ohne Gewalt sicher durch den Alltag kommen. Wie sie den Gegner, vor allem aber auch sich selbst beeinflussen können. Das Zauberwort: Psychologie. Die MOPO hat die zehn Psycho-Tricks des Verteidigungs-Gurus.

1) Die innere Haltung

Ist ein Angriff unausweichlich, muss das mögliche Opfer mental bereit sein, sich der Situation zu stellen – wenn möglich ohne Gewalt. „Es ist keine Schande, wegzulaufen“, so Michel Ruge.

2) Die äußere Haltung:

Die Wirbelsäule sollte gerade, der Kopf aufrecht sein. Dennoch: Nicht herumstolzieren wie ein Gockel. Diese Fassade durchschaut ein Angreifer schnell und sich selbst kann man sowieso nichts vorspielen.

3) Keine Angst vor der Angst:

Der Kopf warnt bloß – sagt: „Hey, hier ist etwas nicht in Ordnung.“ Sie behindert nicht, sondern leistet „Hilfestellung“. Angst macht wach und aufmerksam.

Michel Ruge.

Michel Ruge hat der Gewalt abgeschworen. Das harte Kiez-Leben ist lange Vergangenheit. Heute zeigt der 46-Jährige anderen, wie auch sie einen Kampf vermeiden können.

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Schirnhofer/hfr

4) Nicht zweifeln:

„Wie bei einem Spitzensportler muss die optimale Leistung auf Knopfdruck abgerufen werden können“, sagt Fachmann Michel Ruge. Wer zu viel denkt, ist wie gelähmt, kann nicht anständig handeln.

5) Keine Emotionen zeigen:

Wer Emotionen zeigt, hat diese nicht immer unter Kontrolle – Überreaktionen können eine unschöne Folge sein. Die sind unkontrollierbar und somit gefährlich, weil man keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, den man in dieser Notsituation aber dringend braucht.

Auf der nächste Seite gibt es fünf weitere Tipps.

6) Der Schrei:

Die Stimme ist eine Verteidigungswaffe. Durch laute Rufe wird der Angreifer unruhig, kann sich nicht mehr richtig konzentrieren. Der Angegriffene dagegen fühlt sich stärker.

7) Die Stimme:

Sprechen in einer tiefen Stimmlage beruhigt – sowohl einen selbst als auch den Angreifer. Hohes unkontrolliertes Kreischen hingegen macht hysterisch. Das Opfer verliert die Kontrolle.

8) Ruhig atmen:

Mit der Atmung ist es ähnlich wie mit der Stimme. Wer sich durch ruhiges Atmen zwingt, ruhigzubleiben, behält den Überblick über die Situation – hat so eine größere Chance, sich daraus zu befreien.

9) Keine hektischen Bewegungen:

Schnelle Bewegungen stacheln den Täter nur an. Das Opfer gibt die Situation aus der Hand, schafft so Raum für einen Übergriff. Langsame bewusste Bewegungen hingegen symbolisieren Stärke und lassen den Angegriffenen den Überblick behalten.

10) Verfassung übertragen:

Egal, ob Haltung, Stimme oder Atmung. Das Gegenüber passt sich den eigenen Bewegungen und dem Verhalten an. „Ruhe bewahren hat oberste Priorität. Die eigenen Handlungen kontrollieren. So kann man die Situation ganz bewusst beeinflussen“, sagt Experte Ruge

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