Mjam! Schokolade ist beliebt wie eh und je. Weniger beliebt: Wenn Hersteller ihre Kunden übers Ohr hauen.

Mjam! Schokolade ist beliebt wie eh und je. Weniger beliebt: Wenn Hersteller ihre Kunden übers Ohr hauen. Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Robert Guenther

Trauriges Rekordergebnis: Diese Schoki ist die Mogelpackung des Jahres

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Weniger Schokolade für deutlich mehr Geld: Das bringt Verbraucherschützer und Süßigkeitenliebhaber gleichermaßen auf die Palme. Entsprechend deutlich fällt das Votum bei der Abstimmung zur Mogelpackung des Jahres aus.

Dass Hersteller gern mal ökonomisch mit unangenehmen Wahrheiten umgehen, ist nun beileibe nix Neues. Dass sie ihre Kund:innen aber dermaßen dreist übers Ohr hauen, ist schon bemerkenswert. Der Snack-Gigant Mondelez hat die Milka-Schokoladentafeln der Sorte Alpenmilch Anfang 2025 unauffällig verkleinert – und gleichzeitig den Preis deutlich erhöht.

90 statt 100 Gramm Schokolade für 1,99 Euro statt 1,49 Euro: Das entspricht einer Preiserhöhung von rund 48 Prozent, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg. Der klammheimliche Aufschlag (neudeutsch: Shrinkflation) bringt Mondelez einen uneinholbaren Vorsprung bei der Abstimmung zur Mogelpackung des Jahres: „Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben ihrem Ärger mit großer Deutlichkeit Luft gemacht“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Milka-Schokolade ist Mogelpackung des Jahres

Große Deutlichkeit, das heißt in diesem Fall ein Rekordergebnis: Noch nie in der zwölfjährigen Geschichte des bei Herstellern wenig geliebten Preises habe es ein so deutliches Ergebnis gegeben. Zwei Drittel aller abgegebenen Stimmen entfielen auf die Schrumpf-Milka und das, obwohl mit 34.731 Menschen so viele an der Abstimmung teilnahmen wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Neben dem Zorn der Verbraucher könnte die Milka-Shrinkflation auch noch rechtliche Folgen für Mondelez haben: Die Verbraucherzentrale Hamburg und der Konzern streiten gerichtlich darum, ob im juristischen Sinn eine Täuschung vorliegt. Der Prozess beginnt im April.

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Trotz des angestrebten Prozesses beklagt die Verbraucherzentrale, dass in Deutschland weiter verbindliche Kennzeichnungsregeln für Hersteller fehlen. In anderen Ländern wie Österreich und Frankreich müssen Händler Hinweise auf kleinere Packungsgrößen an den Regalen anbringen, in Brasilien muss sogar direkt auf der Verpackung darauf hingewiesen werden, so der Verband.

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